Es gibt viele gute Gründe, Rohkost zu essen. Über die an vielen Stellen, von vielen Menschen, immer mal wieder geschrieben/gesprochen wird. Auch von mir – hier z. B. und hier. Mehr als all die, mehr oder weniger wissenschaftlichen & (nicht im direkten Zusammenhang) mehr oder weniger richtigen Begründungen, zählt meiner Meinung nach ein einziger Grund – mehr braucht es nicht & ohne den funktioniert es dauerhaft ohnehin nicht: nämlich das umwerfende, einzigartige, unvergleichliche Wohlbefinden mit & durch diese Ernährung. Wie Reidar Tavarez es beschreibt:
Gesundheit ist das wundervolle Überschäumen an Wachheit, klarer Wahrnehmung und Energie, das mit der Rohnahrung auftritt.“
Frederic Patenaude hat sich in seinem letzten Blogbeitrag mit einigen der verbreitetsten Begründungen auseinandergesetzt – und zwar mit denen, die er für Unsinn hält. In welchen Punkten er recht haben mag & in welchen die von ihm kritisierten Verfechter der Gegenmeinungen, mag jedeR selbst entscheiden. Ich habe mir einen der diskutierten Punkte herausgepickt – zu dem ich euch gerne meine Meinung mitteilen will. Und zwar deswegen, weil mir Frederics Argumentation an der falschen Stelle hängenzubleiben scheint. Wie so häufig bin ich, ihr ahnt es schon, anderer Meinung als er.
Es geht um die artgerechte Ernährung. D. h., die Idee, dass jede Art von Lebewesen auf dieser Erde eine natürliche Ernährungsweise hat. Katzen z. B. sind Fleischfresser & müssen Fleisch essen, um gesund & fit zu bleiben. Kühe brauchen Gras & anderes Grünzeug – wohin es führt, wenn sie mit Getreide oder gar verarbeiteten Resten ihrer Artgenossen gefüttert werden, konnten wir in den letzten Jahren zur Genüge beobachten! Kochen, also das Erhitzen von Nahrung, gehört für keine Art zum natürlichen Weg. Ebensowenig die Verwendung von Blendern, Küchenmaschinen, Entsaftern etc.! Und hier ist schon der erste Haken: Frederic betrachtet Rohkost, Küchenrohkost, um das Argument “artgerecht” zu widerlegen. Und nicht die wirklich natürliche Ernährung, Urkost! Zwar ist Küchenrohkost gewiss deutlich weniger weit weg von dem, was unser Körper natürlicherweise zu seiner Ernährung erwartet. Aber Rohkosttorten, Smoothies & Leinkräcker wachsen genausowenig an Bäumen wie Pizza & Brote.
Weiterhin bemüht Frederic keine Erkenntnisse über die Ernährung der Menschen aus den ersten Tagen unserer Art. In der Wiege der Menschheit, den tropischen Regionen. Selbstverständlich habe auch ich kein sicheres Wissen über diese Zeit, ich war ja schließlich nicht dabei. Jedoch die Ernährung der heutigen Schimpansen, die sich von einer menschlichen Ernährung logischerweise ein wenig unterscheidet, als Beweis dafür anzusehen, dass unsere artgerechte Ernährung NICHT aus rohen, unverarbeiteten Früchten, Gemüsen & Grünzeug bestehen sollte, ist genauso fundiert wie der gegenteilige Schluss. Ach ja, fast vergessen: er argumentiert ja auch gar nicht gegen die Urkost, sondern gegen die (von ihm als Küchenprodukt verstandene) Rohkost. Vielleicht hat er einfach noch nicht erkannt, wie denn unsere artgerechte Ernährung aussehen sollte?
Eine Rohkost, die aus überwiegend hochkalorischen, süßen, gezüchteten Früchten besteht & viele Smoothies & weitere Zubereitungen beinhaltet, ist gewiss besser an unsere modernen Lebensumstände angepasst. Praktikabler, als die Art der Schimpansen und anderer Menschenaffen, die u. a. viel mehr Zeit mit Essen verbringen, um ausreichende Mengen von Grünzeug und anderem zu verzehren. Zivilisationsgerecht sozusagen. Was uns zu einem weiteren Punkt bringt: der fehlenden Anpassung unseres Körpers an gekochte Nahrung. Die Frederic ebenfalls bestreitet. Leider wieder nur im Vergleich zum Schimpansen. Frühere Menschen können ja auch kaum zum Vergleich herangezogen werden. Wir wissen also nicht, ob unser Verdauungstrakt nicht nur kürzer ist als der der Schimpansen sondern tatsächlich auch kürzer als der früherer Menschen bzw im Verlauf der Evolution über die Jahrtausende mit Kochkost kürzer geworden ist. Die Theorie sagt, der kürzere Verdauungstrakt sei eine Anpassung an höher konzentrierte Nahrung. Auch die reichlicher vorhandenen Enzyme zur Aufspaltung von Stärke werden als Zeichen der Anpassung an Kochkost angesehen. Wobei es ja, passend zu den bereits festgestellten Unterschieden zwischen Schimpansen & Menschen, reichen würde, diese Enzyme neben den Geschmacksvorlieben & der besseren Vereinbarkeit mit dem zivilisierten Alltag als Begründung für unsere Vorlieben für Bananen, Datteln und Co heranzuziehen, oder?
Offenbar gibt es, wie immer, viele Möglichkeiten, auf Basis derselben “Daten” nach Wunsch zu argumentieren. Claro, dies alles hier ist natürlich auch nur meine ganz persönliche Meinung. Bildet euch eure eigene – ich freu mich drauf, sie hier zu lesen!

Es gibt viele gute Gründe, Rohkost zu essen. Über die an vielen Stellen, von vielen Menschen, immer mal wieder geschrieben/gesprochen wird. Auch von mir - hier z. B. und hier. Mehr als all die, mehr oder weniger wissenschaftlichen & (nicht im direkten Zusammenhang) mehr oder weniger richtigen Begründungen, zählt meiner Meinung nach ein einziger ...