Posts Tagged ‘Menu des Tages’



Grün!

Saturday, June 11th, 2011

Zwar versteckt sich die Sonne hier in letzter Zeit meistens hinter den Wolken, dennoch ist an den Temperaturen deutlich zu erkennen, dass wir uns dem Sommer nähern. Dank des vielen Regens sieht das Land hier im Norden noch immer sehr grün aus. Genau wie viele der Kultursalate “schießen” aber auch die Wildkräuter jetzt: die Malven beispielsweise wachsen in unglaublichem Tempo in die Höhe, blühen wunderschön, bilden dabei jedoch nur sehr kleine Blätter. Meine Brennesselwiese, ich glaube, ich erwähnte es schon, liegt zur Zeit brach – sie wurde nicht nur gemäht, sondern gleich richtig gerodet. Mal sehen, wie lange es dauert, bis dort wieder Brennesseln, Melde und Malve durchkommen … So fiel der Wildkräuteranteil meiner Mahlzeiten in den letzten Tagen etwas karger aus als gewünscht. Wie begeistert ich vorgestern die Gelegenheit eines Besuchs auf der Finca eines Bekannten genutzt habe – mmhm, schaut mal, was ich mit nach Haus gebracht habe:

Melde, Brennessel, Malve, Kapuzinerkresse, Franzosenkraut und wilder Fenchel

Gestern auf dem Markt habe ich außerdem Endivie und Rucola bekommen – ein Festmahl zum Mittagessen: jede Menge Grünzeug, leckerer Mais und dazu eine Avocado – köstlich! Der Mais ist hier momentan phantastisch. Trockener, weniger saftig, als ich ihn aus Deutschland kenne, aber sehr aromatisch! Ein typisch kanarisches Gericht ist übrigens Gofio – eine Art Mehlmischung, die teilweise aus Gerste, Mais und/oder Hülsenfrüchten, geröstet & gemahlen, hergestellt wird. Natürlich habe ich uns schon rohes Gofio gemacht – Maiskörner im Trockner getrocknet und im Mixer gemahlen. Meine Tochter verrührt sich gern zerdrückte Banane oder Kiwi damit.

Was es Freitag außer dem Grün direkt aus dem Garten noch so gab:

Snack-Tag

Monday, June 6th, 2011

Unser Sonntags-Menü war diesmal, passend zur Tagesgestaltung, eher eine Folge von Snacks. Teilweise daheim, teilweise unterwegs. So sah es aus:

*Pastel, so heissen die Kuchen und Törtchen hier in Spanien. Die in sogenannten Pastelerias verkauft werden – und optisch oftmals wahrhaft beeindruckend aussehen. Beim Kauf eines Stücks Kuchen für den großen Bruder in einer solchen Pasteleria hat sich die Tochter demzufolge einen rohen Kuchen gewünscht. Den ich ihr zuhause gern gebastelt habe. Wie das gekaufte Teilchen gestaltet: eine rechteckige Schnitte, zwei Schichten Teig mit einer marmeladigen Füllung dazwischen und Schoko-Raspeln obendrüber … die Begeisterung war groß und der Kuchen so schnell verputzt, dass es für ein Foto leider nicht mehr gereicht hat :)

Bonbons

Wednesday, June 1st, 2011

Kennt ihr die kanarischen Datteln? Ich hatte ja, bevor ich herkam, von herumstehenden Dattelpalmen & ihren leckeren Früchten geträumt. Frische Datteln, direkt vom Baum, … Natürlich hatte ich dabei die mir bekannten Dattelsorten im Kopf. Süß, fruchtig, mit eher viel Fruchtfleisch. Die Realität sieht etwas anders aus. Zwar stehen hier tatsächlich überall Dattelpalmen herum, die auch reichlich tragen. Allerdings haben die hier heimischen, sehr kleinen Datteln zwischen Kern und der relativ dicken, harten Haut nur einen Hauch von Fruchtfleisch um den Kern herum. Der schmeckt allerdings, wenn sie denn reif sind, schon sehr süß! Gestern haben wir heruntergefallene, sehr reife Datteln unter einer Palme gefunden. Aufgesammelt, Haut abgepult (probiert: schmeckt nicht) … die Kerne hat meine Tochter dann begeistert abgelutscht. Naturbonbons sozusagen :)

Zum Sattwerden gab es natürlich noch ein bisschen mehr:

Das Gleichgewicht halten

Monday, May 30th, 2011

Was Jinjee Talifero gestern in ihrem Newsletter schrieb, finde ich so gut, dass ich es euch
einfach mal übersetzt weitergeben möchte:

“Du kannst etwas Schlechtes essen, dich selbst fertigmachen und dich dann mit noch etwas mehr schlechtem Essen trösten. Oder du kannst etwas Schlechtes essen und dir dann etwas Gutes tun, um es auszugleichen, wie z. B. ein Glas Wasser trinken und 20 Minuten trainieren. Als Menschen können wir nicht die ganze Zeit perfekt sein. Aber wenn du am Ende des Tages dir selbst mehr Gutes getan als Schaden zugefügt hast, kannst du im Gleichgewicht bleiben und weiter in die Richtung gehen, in die du willst!”

Essen an einem Sonntag mit Tagesausflug nach Santa Cruz

Kalorien, natürliches Essen und andere Fragen

Sunday, May 29th, 2011

In letzter Zeit sind zu dem, was ich hier so über unser Essen schreibe, verschiedene Fragen & Kommentare angekommen. Zu denen ich heute gern mal was schreiben möchte.

Zum einen ist da die immer wiederkehrende Frage nach dem ausreichenden Kaloriengehalt bzw Nährwert unseres Essens. Hier im Blog verzichte ich absichtlich auf Angaben zu unseren Essensmengen – zu unterschiedlich ist der individuelle Bedarf um satt zu werden! Abhängig von Körpergröße, Lebensumständen, körperlicher Aktivität, besonderen Lebensphasen wie Wachstum, Stillzeit etc und weiteren Faktoren. Ihr könnt euch sicher sein, dass wir immer genug essen um satt zu werden :)

Jedoch messe, wiege, analysiere und berechne ich unser Essen nicht. Weder im Hinblick auf die Kalorien noch auf den Gehalt an Vitalstoffen oder sonst irgendwas. Wir essen nach Appetit und Hunger und ich bin absolut sicher, dass wir damit genug & alles, was unsere Körper brauchen, bekommen!

Mehr zu diesem Thema findet ihr auch in folgenden Artikeln:

Kalorienbedarf 27 Bananen?
Figur, Gewicht, Bedarf
Ein anderes Ernährungsparadigma

Falls beim Leben in unserer relativ unnatürlichen Umgebung mal Fragen zur Richtigkeit auftauchen sollten, verweise ich auf die Natur – “Wie wäre das jetzt, wenn wir wahrhaft natürlich leben würden?”. Über die Grundlagen dieser Betrachtungsweise (& damit dem Einstieg in unsere Art der Ernährung) schreibt meine liebe Affenfreundin übrigens seit einiger Zeit einen sehr unterhaltsamen Blog: Mein Affenexperiment. Vor einigen Tagen zum Beispiel die einfache & einleuchtende Erklärung, warum wir Menschen keine Fleischfresser sind.

Weshalb ich auch glaube, dass diejenigen, die beharrlich auf ihren Instinkt verweisen, der sie dazu treibe, Tierleichen zu essen, in Wirklichkeit nicht ihrem Instinkt folgen, sondern entweder ihrer Konditionierung (man könnte auch sagen: Sucht) aus früheren Jahren folgen – denn wir von uns ist schon von Kindheit an vegetarisch/vegan? – oder auf die Verführung/Gehirnwäsche durch die Welt um uns herum hereinfallen. Anschaulich formuliert in diesem Zitat (dessen Quelle mir leider verloren gegangen ist):

“Gib einem Kind eine Möhre und ein Kaninchen. Wenn es der Möhre spielt und das Kaninchen isst, schenke ich dir einen RollsRoyce.”

Womit ich bei einer weiteren Frage angekommen bin: die Natürlichkeit unserer Ernährung. Obwohl wir uns definitiv roh ernähren, ist das, was ihr auf den Fotos hier im Blog oft seht, häufig nicht mehr wirklich Nahrung in ihrer natürlichen Form. Warum mache ich das? Wo ich doch, wie ich es immer wieder betone, die Nahrungsmittel in ihrer natürlichen Form am liebsten mag? Das ist wirklich so – ich habe am liebsten einfach eine Frucht & Grünzeug in der Hand und beisse hinein. Wofür dann der Aufwand – denn: ja, es ist wirklich Aufwand. Mixen, Schneiden, Dekorieren oder gar Zubereitungen zur rohen Imitation von bekannten Kochkost-Gerichten brauchen mindestens genauso viel Zeit wie Kochen (doch zumindestens ist das Ergebnis weitaus besser :) & fühlt sich vor allem viel besser an im Bauch!)

Wer Rohkost mit Kind(ern) in unserer Welt lebt, weiss warum: meine Tochter liebt die Rohkost, die Früchte, Essen direkt aus der Natur, Wildkräuter, Algen … und sie isst voller Genuss aus dem Angebot dessen, was die Natur für uns bereithält. Ich sorge dafür, dass dieses Angebot immer möglichst breit gefächert ist. Ist es mal nicht so groß, dann hilft das Zubereiten, ihr Bedürfnis nach Abwechslung zu erfüllen. Denn: wir leben nun mal nicht im tropischen Urwald oder auf einer weit abgelegenen Finca, sondern mitten in einer … nennen wir sie mal “zivilisierten” Umgebung. Umgeben von Kochköstlern, Lebensmittelgeschäften, Werbung … wohin wir schauen, sehen wir, was der Rest der Welt für essbar hält. Kinder, zumindestens meine Tochter, sind neugierig. Sie findet rosa überzogene Muffins auf M*acDonalds-Plakaten schön und all die bunten Süßigkeiten im Supermarktregal, in HelloK*itty-Verpackungen und ähnlichem. Wenn der große Bruder sich Chips kauft oder die anderen Kinder nach der Ballettstunde Kekse teilen, will sie wissen, wie das wohl schmeckt. Sie ist stark genug, “anders” zu sein – aber es fällt ihr leichter & macht ihr vor allem viel mehr Spaß, wenn auch ihr Essen mal so bunt & schillernd aussieht. Die Freude am wahrhaft natürlichen Essen verliert sie dabei übrigens ganz und gar nicht … unvergleichlich auch für sie der Genuss einer frisch gepflückten Orange oder der momentan köstlichen Platterbsenblätter, von denen sie gar nicht genug bekommen kann!

So bleibt unser Speiseplan weiterhin abwechslungsreich und den individuellen Vorlieben & Bedürfnissen entsprechend gemischt.

Kinderfrühstück: Birnen mit Knuspermüsli

Mittagspicknick

Der Tag im Überblick

Leben auf dem Vulkan

Saturday, May 14th, 2011

Der Teide

Der heilige Berg der Guanchen. Der höchste Berg Spaniens. Der dritthöchste Inselvulkan der Welt. Gestern haben wir ihn besucht … und sind dabei den Wolken und dem Nebel hier entkommen. Gestartet sind wir von zuhause, also auf einer Höhe von ca. 400m, unter dicken Wolken (die Passatwinde treiben die Wolken aus Richtung Norden hierher, wo sie dann in einer Höhe von knapp 1000m an den Bergen “hängenbleiben”). Die Straße den Berg hinauf führte direkt durch die Wolken … und über sie hinaus: auf einer Höhe von etwa 1000m hatten wir die Wolken tatsächlich hinter/unter uns gelassen & fuhren von da an durch strahlendsten Sonnenschein. Und atemberaubende Landschaften.

Auf einer Höhe von ca. 2.200 Metern (mitten im Teide Nationalpark) haben wir gepicknickt. Unseren zunächst gewählten Platz haben wir aber schnell wieder aufgegeben, da wir innerhalb von 3 Minuten umringt waren von dutzenden überhaupt nicht scheuer Eidechsen, die sogar an uns hochgeklettert sind.

Auf Treppenstufen in der Nähe eines Besucherzentrums war es zwar nicht ganz so schön, aber zum Essen dann doch entspannter.

Auf frisches Grün zum Essen musste ich diesmal verzichten – hier oben wächst kaum noch etwas, und das wenige kannte ich leider überhaupt nicht.

Und was gab es so?