Mit Rohkost unterwegs

September 1st, 2010

Den gestrigen Tag haben wir mit FreundInnen an der Ostsee verbracht.


Foto: Jademond

Noch einmal – der Sommer neigt sich ja schon deutlich seinem Ende zu – Sonne & Strand genossen: Federn, Muscheln, Steine & andere Schätze gesammelt, Quallen gerettet, Kunstwerke aus Sand & Strandgut gebaut, gebadet … und natürlich gegessen. Da Obst- & Gemüsehändler leider bei weitem nicht so häufig anzutreffen sind wie Bäckereien & Imbisse, & entlang unseres Wegs auch eher wenig Wildpflanzen zu finden waren, sind wir, wie üblich, mit ausreichend Vorräten bepackt losgezogen.

Um für einen ganzen Tag (oder gar mehrere) “on the road” mit Kindern gerüstet zu sein, braucht es da schon ein wenig Vorbereitung. Auf Wanderschaft in der Natur ist es, speziell zu dieser Jahreszeit, einfacher – unterwegs frisch gepflückte Pflaumen, Beeren, Hagebutten, Wildkräuter zu essen, macht allen Spaß & sättigt ohnehin am besten. Unterwegs in unbekannten und erst recht in urbaneren Gegenden braucht es aber ausreichend Proviant. Was packe ich also ein, um uns unterwegs satt zu bekommen, in auch die Kinder zufriedenstellender Vielfalt, & trotzdem mit einem noch tragbaren Rucksack auszukommen?

Das Essen muss den Transport im Rucksack gut überstehen, also bei ein bisschen Gerüttel nicht gleich zermatschen. Außerdem sollte alles möglichst ohne oder mit einfachen Hilfsmitteln essbar sein. Wir haben einfaches Campingbesteck von Globetrotter: Löffel, Gabel & Messer in einem Stück. Ein Taschenmesser habe ich ebenfalls immer dabei.

Für die Grünzeug-Versorgung verlasse ich mich meist darauf, unterwegs etwas zu finden. Was auch fast immer gelingt.
Obst & Gemüse machen natürlich den größten Teil des Proviants aus. Äpfel & Bananen lassen sich gut transportieren, problemlos überall essen & machen satt. Optimal für unterwegs sind Datteln – klein & voll konzentrierter Energie, weshalb wir sie eigentlich immer dabei haben. Die Kombination mit stärkehaltigem Gemüse wie Süßkartoffel ergibt eine leckere, nahrhafte Mahlzeit.
Gemüse läst sich ohnehin gut transportieren & ist nicht so empfindlich wie Obst. Meine momentanen Lieblingskombinationen für unterwegs sind

  • Süßkartoffeln mit Datteln und/oder Kokosnuss
  • Brokkoli mit Nüssen
  • Fenchel mit Oliven

Etwas weniger praktisch, aber auch machbar: gekeimte Linsen mit etwas Olivenöl & Kräutern oder Salz. In einem kleinen Schraubglas lassen sie sich gut mitnehmen & können direkt daraus gegessen werden. Dazu noch eine Salatgurke oder Paprika – ein bei meiner Tochter sehr beliebtes Unterwegs-Gericht.

Mandeln, Nüsse oder Kerne gehören ebenfalls zu unserer üblichen Ausrüstung auf Ausflügen. Entweder pur oder in leicht verarbeiteter Form: Für meine Tochter nehme ich meist ihre heissgeliebten würzigen Sonnenblumenkerne sowie süße Kugeln aus Mandeln oder Kernen & Datteln mit. Ebenfalls gut geeignet zum Sattwerden & für die Fettversorgung: Stücke reifer Kokosnuss oder Oliven.
Für eintägige Ausflüge auch eine gute Idee: Paté oder Pesto, je nach Geschmack aus Sonnenblumenkernen, Sesam oder Mandeln, mit Tomate, Paprika, Kräutern … Lässt sich gut im Schraubglas mitnehmen und ergänzt beim Picknick lecker so ziemlich jedes Gemüse. Allerdings hält es sich ohne Kühlung nicht lange & ist am 2. Tag schon mindestens optisch kein Genuss mehr.

Der Inhalt meines Rucksacks für unseren insgesamt 9-stündigen Ostsee-Ausflug für mich & meine Tochter sah gestern so aus:

  • 3 große Äpfel
  • 4 kleine Bananen
  • ca 20 kleine frische Datteln
  • 1 HV Stücke reifer Kokosnuss
  • 1 Süßkartoffel
  • 1 kleines Glas Sonnenblumenkern-Crunchy
  • 1 kleines Glas Linsen mit Öl
  • 20 Mandel-Dattel-Kugeln

Die Datteln & die süßen Kugeln haben alle Kinder gemeinsam aufgefuttert, von der Süßkartoffel & den Sonnenblumenkernen haben wir die Hälfte wieder mit heimgebracht. Dafür gab es am Strand noch ein paar Hagebutten.

Regnerischer Sonntag

August 30th, 2010

Den gestrigen verregneten (für meinen Geschmack viel zu kühlen) Sonntag haben wir zuhause verbracht. In Gesellschaft lieber FreundInnen & mit viel Zeit für Zubereitungen & Experimente in der Rohkost-Küche.

So sah unser heutiges Menü aus

Vormittags gab es Melone satt – sonntäglich schön angerichtet: Cantaloupemelonen-Kugeln, Sterne von Zuckermelone, getrocknete Honigmelone mit Schirmchen, Melonenmilch. Damit hat sich unser Frühstück, sonst meist eine kurze Mahlzeit, ausnahmsweise mal richtig lange hingezogen. Sonntäglich eben.
Mittags gab es …

... roh-vegane Sushi

Am späteren Nachmittag haben wir dann mal wieder ein neues Gerät, den Soyabella, getestet. Konzipiert, der Name verrät es schon, für die Herstellung von Sojamilch. Es lassen sich damit aber auch rohe Nuss- & Samenmilch herstellen. Wir haben Getränke aus Sonnenblumenkernen, Cashews und Mandeln ausprobiert. Der Soyabella übernimmt dabei das Mahlen der Kerne & Vermixen mit Wasser. Der dickere Brei verbleibt in einem Sieb, so dass die entstehende Milch ohne zusätzliches Filtern sehr glatt wird. Durch mehrmaliges Mahlen hintereinander lassen sich die Kerne so fein mahlen, dass kaum Brei zurückbleibt; so lässt sich aus einer kleinen Menge Kerne sehr viel Milch gewinnen – viel sparsamer als die Herstellung solcher Getränke im Blender.
Weil keinem von uns die puren Milch-Getränke geschmeckt haben, haben wir sie anschließend noch mit Banane vermixt (dafür brauchten wir dann allerdings doch den Blender, der Soyabella kann das nicht) und wahlweise mit Zimt oder Vanille gewürzt. Lecker!

Am besten abgeschnitten hat bei allen TesterInnen das Mandelmilch-Getränk. Die Sonnenblumenmilch war auch ganz lecker, Cashewmilch hingegen irgendwie fad. Was möglicherweise am niedrigeren Fettgehalt der Cashews liegen könnte.

Mit etwas Schaum (entsteht bei der Herstellung im Soyabella) oben drauf & Carob-Pulver drüber gestreut, sieht das ganze einem Cafe Latte echt ähnlich. Schmeckt allerdings viiiiel besser & fühlt sich vor allem im Bauch viel besser an :)

Nachtrag: Wer viel solche Nuss- & Samengetränke zubereitet, ist mit dem Soyabella sicher gut bedient. Die Herstellung ist einfacher & sparsamer als im Blender, die Reinigung des Geräts schnell & unaufwändig. Für Lebensgemeinschaften, in denen nicht ausschließlich roh gegessen wird, kann er zudem auch für die Herstellung von Soja- & Reismilch (usw) sowie für gekochte Suppen eingesetzt werden.

Rosa-Ro(h)t

August 29th, 2010

Leckerei für kleine Rohköstlerinnen

Urkost im Fernsehen

August 27th, 2010

… und wir auch :)

Vergangene Woche haben wir einen Nachmittag mit zwei Mitarbeiterinnen von TIDE TV verbracht & an einer Produktion über – na, was wohl? – Urkosternährung mitgewirkt. Der Beitrag ist echt gut geworden, finde ich … sehr positiv! (Naja, die üblichen Warnungen vor Nährstoffmangel sind schon drin, aber wir wissen ja, was davon zu halten ist, nech.) Er wurde Mittwoch abend zum ersten Mal gezeigt, im Rahmen des Magazins “Hamburg immer anders”, & wird noch fünf Mal wiederholt … wow, soviel PR für unsere tolle Ernährung :)

Wollt ihr mal schauen?

Link: Urkost-Ernährung

Übungen in Einfachheit

August 26th, 2010

Über Jinjee’s Newsletter kam heute eine schöne Anregung: Eine Gruppe von Menschen hat Anfang des Sommers ein interessantes Experiment gestartet. Unter dem Motto “Six items or less” (“Sechs Teile oder weniger”) haben sie sechs Kleidungsstücke ausgewählt (Socken, Unterwäsche, Bade- und Sportkleidung nicht mitgerechnet) & nur diese einen Monat lang getragen. Natürlich mit der Möglichkeit, sie zwischendurch zu waschen ;)

Die TeilnehmerInnen haben das Experiment durchweg als sehr befreiende Erfahrung beschrieben. Ein Paar hat das Ganze noch erweitert: sie haben ihren gesamten Besitz (einschließlich Auto, Kleidung, Geschirr etc) auf 100 Teile pro Person reduziert.

Mir gefallen diese Ideen ausgesprochen gut! Ich habe meinen Hausstand in den letzten Jahren schon mehrere Male deutlich reduziert; von nur 100 Sachen bin ich noch weit entfernt, aber die befreiende Wirkung habe ich jedes Mal bemerkt!

Auch bei der alltäglichen Nahrungsversorgung empfinde ich es ähnlich. Durch die Vorratswirtschaft, die wir hier umständebedingt häufig betreiben, sind manchmal so viele Vorräte da, dass ich es schon als belastend empfinde. Gelegentlich haben wir dadurch größere Mengen an frischen, sehr reifen Nahrungsmitteln hier, die dann unabhängig vom Appetit “nach Reifegrad” gegessen werden “müssen” … also das, was sonst verderben würde, zuerst. Eine gewisse Auswahl zu haben – beim Essen, bei der Kleidung oder wobei auch immer -, ist einerseits natürlich schön. Andererseits hat das Gegenteil wirklich etwas Erleichterndes, Vereinfachendes. Spart Zeit, Energie & fördert Gefühle von Dankbarkeit & Demut.

Mich inspiriert das jetzt gerade, auch mal wieder gründlich auszusortieren. Wer macht mit?

Was die Nahrungsbeschaffung betrifft, so ist die aktuelle Jahreszeit geradezu prädestiniert für “Vereinfachung”, so viel wächst & reift jetzt an wilden bzw frei verfügbaren Pflanzen & Früchten: Brombeeren, Heidelbeeren, Mirabellen… & natürlich nach wie vor jede Menge Wildkräuter.

Wir sind heute mal der Mundraub-Karte gefolgt & auf der Suche nach Mirabellen & Pflaumen rund um den Eichbaumsee gelaufen. Erfolgreich – da stehen wirklich jede Menge Bäume. Der Großteil der Früchte am Baum war zwar noch unreif oder hing außerhalb meiner Reichweite, aber beim Fallobst sind wir fündig geworden … lecker!

Was es sonst noch gab heute:

Fruchtiger Spätsommer

August 24th, 2010

* Rezept für die Zimtpfannkuchen: (2 Portionen)

1/2 Tasse Leinsamen mahlen, mit 1-2 Bananen (je nach Größe) & etwas Zimt zu einem Teig vermixen. Diesen 5-10 Minuten stehen lassen, damit er etwas eindickt. Dann als Pfannkuchen auf zwei Tellern ausstreichen & mit Bananenscheiben & Beeren belegen – fertig!