Archive for December, 2011



Instinkt & Vegane Rohkost

Friday, December 30th, 2011


Bei dem Wort “Instinkt” denken die meisten RohköstlerInnen an den von Burger geprägten Instinkto-Ansatz. Der innerhalb der Rohkostkonzepte für gewöhnlich als Gegensatz zur veganen Rohkost gesehen wird, weil er sogenannte tierische Nahrungsmittel, also Fleisch, Fisch & Eier, als potentielle Nahrungsmittel mit einbezieht. Dies abzulehnen (instinktiv ;) oder kopfgesteuert), bedeutet jedoch keineswegs, unseren Instinkt zu verneinen. Wenn wir (wieder) lernen, auf ihn zu achten, zeigt er uns, was wir brauchen & was nicht. Viele Aspekte der Herangehensweise der Instinktos sind dabei sehr hilfreich. Denn der Instinkt lässt sich leicht überlisten. Er funktioniert nur bei natürlicher, purer, unverarbeiteter, ungemischter Nahrung. Selbst gezüchtete Früchte können ihn schon durcheinander bringen. Rohkost-Zubereitungen sind genauso wenig geeignet wie die Verwendung von Salz oder Gewürzen.

Geruchs- & Geschmackssinn zeigen uns, was unser Körper braucht. Natürliche Nahrung, die gut riecht und gut schmeckt, tut uns auch gut. Umgekehrt zeigt ein unangenehmer Geschmack, dass unser Körper dieses Nahrungsmittel gerade nicht gebrauchen kann. Also nichts Neues eigentlich: achte auf die Signale deines Körpers! Beachte seine Wünsche. Und vor allem seine Sperren – Signale, die dir zeigen, dass dein Körper genug hat. Das könnten deutliche Zeichen sein, wie ein Brennen im Mund, ein plötzlich ins Unangenehme umschlagender Geschmack, bis hin zum Widerwillen, auch nur einen weiteren Bissen zu essen. Früchte, die zu deutlichen Sperren führen, sind zum Beispiel Ananas und Feigen. Andere liefern nur dezentere Signale, eine laufende Nase beispielsweise. Dass spätestens beim Eintreten eines Völlegefühls mit dem Essen aufgehört werden sollte, ist wohl selbstverständlich … auch wenn wir sicher alle schon öfter über diesen Punkt hinaus gegessen haben.

Deutlich zeigt sich das Funktionieren des Instinkts hier bei uns beispielsweise bei Bohnen – die ich gar nicht essen mag, während die Tochter sie ganz gern isst. Nur wenige davon allerdings, nach spätestens 4-5 hat sie genug. Genauso sicher hat sie selbst als Kleinkind niemals zuviel Algen gegessen. Was ihr nicht schmeckt, lehnt sie kategorisch ab & fastet lieber, wenn nichts da ist, was sie gerade mag. Ebenso deutlich ist allerdings zu sehen, wo der Instinkt aufgrund ungünstiger Nahrungswahl versagt – und um wieviel besser er grundsätzlich bei der von Anfang an mit Rohkost aufgewachsenen (& vermutlich in emotionaler Hinsicht weniger als ich vermurksten) Tochter funktioniert: obwohl auch sie sich gelegentlich an gezüchteten Früchten überisst, funktioniert ihre Wahrnehmung dabei & auch bei einfachen Rohkostzubereitungen meist besser als meine. Wie gefährlich “Gourmet-Rohkost” in der Hinsicht sein kann, haben wir im vorletzten Jahr bei einem Rohkost-Treffen gelernt: die Tochter, die allergisch auf Nüsse reagiert & normalerweise schon auf die kleinste Spur von Nuss hin ein Jucken im Mund spürt, hat einen aufwändig gemixten & gesalzenen Dipp gegessen, löffelweise, in dem Walnüsse “versteckt” waren. Bis sie darin die Nüsse bemerkt hatte, hatte sie schon so viel davon gegessen, dass die Reaktion wesentlich heftiger & unangenehmer ausfiel. Unser Instinkt schützt uns eben auch – wenn wir ihm die Chance dazu geben. Tast-, Geruchs- & Geschmackssinn helfen uns sogar, die Essbarkeit unbekannter Wildpflanzen zu erkennen & schützen uns so vor Vergiftungen.

Rezeptfrei

Friday, December 30th, 2011

Nach den letzten zubereitungsintensiven Wochen – zur Fertigstellung meines neuesten Rezepte-eBooks & für diverse Rohkost-Rezepte, die ihr irgendwann demnächst bei rohkost.de finden werdet – genieße ich es jetzt gerade sehr, nichts zuzubereiten. Naja, fast nichts – die gelegentlichen spontanen Kleinigkeiten für die Tochter mache ich schon noch. Wie z. B. diesen kleinen Apfelkuchen in der Schale:

Geschnittener Apfel mit Dattelsauce

Roh-vegan Muskeln aufbauen

Thursday, December 29th, 2011

Kennt ihr Storm Talifero? 62 Jahre alt, roh-vegan seit seinen frühen 20ern, hat er heute einen phantastischen, schönen muskulösen Körper … auch er hat jedoch eine Weile gebraucht, diesen Zustand zu erreichen. Den richtigen Weg der Ernährung & des Trainings zu finden. Nach 6-8 Jahren roh war er zwar gesund & fit, jedoch noch “typisch rohköstlich” dünn. Also: nicht aufgeben Jungs (& Mädelz :) ). Mehr dazu, auch Bilder von Storm, findet ihr in Jinjee’s Blog: hier klicken!

Vegane Mythen

Wednesday, December 28th, 2011

Halten sich beharrlich: Vorurteile, Mythen, über die vegane Ernährung. Bzw über das, was wir (angeblich) brauchen & das, was wir mit unserer Ernährung bekommen – oder auch nicht. Aber … wir sind ebenso beharrlich & erzählen es immer mal wieder gerne: eine sinnvoll gestaltete roh-vegane Ernährung ist erwiesenermaßen für jeden Menschen, in jeder Lebensphase, eine optimale Ernährungsform, bei der keinerlei Mängel zu befürchten sind. Ganz im Gegensatz zu der herkömmlichen Standardernährung der meisten Kritiker übrigens.

In der iPhone-App von Saf habe ich diese Liste der Top-5 Mythen & ihrer Widerlegungen gefunden, die ich euch hier gern mal, ins Deutsche übersetzt, wiedergebe:

  • Mythos 1: Du bekommst nicht genug Protein.

    Die Wahrheit: Es gibt keinen Zustand namens Proteinmangel. Es gibt nur Unterernährung/quantitave Mangelernährung (Protein-Energie-Mangelernährung, PEM). Daran leiden hungernde Menschen, Muskeln & Organe verkümmern dadurch & die Gesundheit ist ernsthaft gefährdet. Frag einen beliebigen Arzt oder Ernährungsberater, ob es möglich ist, zu wenig Protein zu bekommen wenn du genug Kalorien aufnimmst. Es ist unmöglich.

    Es ist leicht, Protein zu bekommen ohne tierische Produkte zu essen. Die meisten von uns essen ohnehin mehr Protein (& Kalorien) als wir brauchen – etwa 100 Gramm pro Tag. Die Empfehlung der Amerikanischen Gesundheitsbehörde liegt bei 50 Gramm und viele Ernährungsexperten sagen sogar 30 Gramm – die schon in einer einzigen Portion Bohnen & Reis enthalten sind.

  • Mythos 2: Es ist langweilig, vegan zu essen.

    Die Wahrheit: Stell dir eine Ernährung ohne Früchte, Gemüse und Getreide vor, nur Fleisch & Milchprodukte den ganzen Tag – das wäre langweilig! Nutze für den Übergang fleischähnliche Nahrungsmittel wie Pilze und Linsen. Wenn du dein Augenmerk auf den Überfluss an Möglichkeiten richtest statt mit einem Gefühl der Einschränkung an die Sache heranzugehen, wird veganes Essen alles andere als langweilig sein.

  • Mythos 3: Du wirst die ganze Zeit Hunger haben.

    Die Wahrheit: Es gibt viele herzhafte Elemente in der veganen Ernährung, sie Nüsse, Samen, Pilze, Bohnen, Reis & Getreide. Du wirst dich nicht nur voll sondern auch gut genährt fühlen.

  • Mythos 4: Eier und Milchprodukte aufzugeben ist Folter.

    Die Wahrheit: Ist eine Operation am offenen Herzen nicht schlimmer? Oder gehörst du zu der Mehrheit von Menschen, die sich gern selbst mit “mir wird das nicht passieren” betrügen? Die Menge von Cholesterin und gesättigten Fetten in Käse und Eiern ist unglaublich hoch im Vergleich zu pflanzlichen Fettquellen (und du kannst kein Cholesterin in Gemüse finden; das gibt es nur in tierischen Produkten). Was hälst du davon, bei deinem nächsten Sandwich den Käse durch Oliven und Tomaten zu ersetzen? Probier Sojamilch oder Nussmilch und tausche das Omelett durch Pilze und Paprika aus.

  • Mythos 5: Ganz oder gar nicht – etwas anderes bringt’s nicht.

    Die Wahrheit: Selbst wenn du nur an zwei Tagen pro Woche auf tierische Produkte verzichtest, macht das einen großen Unterschied für deine Gesundheit & für die Gesundheit des Planeten. Einen radikalen Umbruch zu erzwingen, den du nicht durchhalten kannst, macht keinen Sinn. Entspann dich & geh in einem Tempo vor, das sich für dich gut anfühlt. Mit dem veganen Essen anzufangen bringt dich auf den Geschmack und die Chancen stehen gut, dass, wenn du es Teilzeit anfängst, du es ausdehnen willst. Das nennt sich “Flexitarierismus” (Flexitarianism).

Dienstag-Log

Tuesday, December 27th, 2011

[bewegt]15 Minuten Seilspringen & Gymnastik. 2,5 Stunden Bergwandern.
[gegessen]Papaya & Brennesseln. Tamarillos. Avocado, Zucchini & Kombu-Algen. Malve. Kaki & Borretsch.
[wellness] 1 Stunde Sonnenbaden.
[seelennahrung] Verspätete Weihnachtspost.
[und sonst] Das zeitlose Gefühl “zwischen den Jahren” genossen.

Zeit zum Feiern

Tuesday, December 27th, 2011

Für alle, die noch Anregungen und Rezepte für ihre Silvester-, Neujahrs- oder sonstige Feier rund um den Jahreswechsel suchen: Ab sofort bis einschließlich 6.1.2012 biete ich euch meine drei Rezepte-eBooks im Bundle zu einem besonders günstigen Preis an. Alle drei zusammen für nur EUR 22,00 (statt EUR 29,70). Zum Bestellen einfach hier klicken!