Archive for November, 2011



Rohkostkonzepte: Urkost

Wednesday, November 30th, 2011

Dass Rohkost nicht gleich Rohkost ist, es viele verschiedene Ausprägungen & Theorien dazu gibt, ist nichts Neues. Obwohl ich mich in meiner Ernährung ausschließlich an meinem eigenen Bedarf, meinem Befinden, orientiere, nur meinen Bedürfnisse dabei folge & keinerlei von wem auch immer aufgestellten Regeln – & dies auch das einzige “Konzept” ist, das ich empfehlen kann -, werfe ich doch ganz gern mal einen Blick auf die Meinungen und Erfahrungen anderer. Bei Schwierigkeiten, egal ob beim Beginn einer Rohkosternährung oder später, kann das durchaus ganz inspirierend sein & eventuell wertvolle Hinweise liefern. Ob & wieweit anderer Leute Konzepte für dich passen – das musst du selbst herausfinden. In der nächsten Zeit möchte ich dir ein paar der bekannteren Rohkostrichtungen vorstellen. In jeder davon finde ich Aspekte unserer Art zu essen wieder. Meiner Überzeugung & Ernährungsform am Nächsten kommt wohl die sogenannte Urkost, weshalb ich meine Reihe mit ihr beginne:

Die bekanntesten Vertreter dieser Rohkostrichtung sind Franz Konz (Autor des Buches “Der Große Gesundheits-Konz”), der sich mit dieser Ernährung von Krebs geheilt & den Begriff der Urkost geprägt hat, und Brigitte Rondholz, die die Urkost seit vielen Jahren sowohl im RealLife als auch im Web vertritt. Die Urkost – oder besser: Urtherapie – beinhaltet außer der Ernährung die ebenso wichtige körperliche Bewegung, das sogenannte Urtraining, und eine körperlich & seelisch gesunde, natürliche Lebensweise (mit viel Sonne, Singen, Aufenthalten in der Natur, Barfußlaufen usw – Naturverbundenheit eben). Grundlage dieser Idee ist die Natur: die von der Natur für uns Menschen vorgesehene Ernährungs- & Lebensweise erhält uns gesund. Alles andere (zer-)stört unsere Gesundheit. Krankheitssymptome welcher Art auch immer sind Reaktionen deines Körpers auf krankmachende Einflüsse; Versuche des Körpers, sein Gleichgewicht bestmöglich zu erhalten. Für deine Gesundheit bist einzig & allein du selbst verantwortlich, heilen kann dich nur die Änderung deiner Lebensgewohnheiten hin zum natürlichen, naturgerechten Leben. Weder Medizin noch Naturheilkunde können dir das abnehmen – im Gegenteil, zumindestens erstere zerstört höchstens noch mehr.

Wie essen Urköstler nun also?
Die Urkost setzt sich zusammen aus ca. 70% Früchten (inkl. Fettfrüchten wie Avocado, Kokosnuss etc), ca. 25% Wildkräutern & ca. 5% Samen, Nüssen usw. Auch grünes Bio-Gemüse & Wurzeln können gegessen werden, insbesondere als Ersatz, falls nicht ausreichend Wildkräuter zur Verfügung stehen. Die Nahrung soll optimalerweise möglichst wild & ursprünglich sein (in Wildkräutern & anderen Wildpflanzen sind wesentlich mehr wertvolle Inhaltsstoffe enthalten als in Kulturpflanzen) & wird so naturbelassen wie möglich gegessen. Gegessen wird nach Hunger/Appetit, nicht nach festen Zeiten. Allerdings nicht mehr spät am Abend, denn im Dunkeln würden wir natürlicherweise ja eh nichts zu essen finden.

Austauschmöglichkeit mit anderen Roh- & UrköstlerInnen bietet das Urkostforum.

Momentaufnahme

Tuesday, November 29th, 2011

Hach, irgendwie ist alles, was wir essen so lecker :) … Früchte, Grünzeug, manchmal Gemüse, Fettfrüchte, Kerne … Monomahlzeiten sind für mich momentan die Besten! Vor allem, weil sie sich einfach am Besten anfühlen im Bauch. Ich schaff’s bei weitem nicht immer (aber immer öfter :) ) … heute immerhin über zwei Mahlzeiten, zweimal Früchte mono, und abends nur Grünes, wenn auch Verschiedenes … ich kann gar nicht sagen, was köstlicher war … naja, das sagte ich ja schon ;)

Guaven - frisch, regional, reif, bio & unglaublich lecker, einschliesslich der Schale!

Noch viel besser würde mir wildes Grünzeug munden, aber das steht grad nicht in solcher Fülle zur Verfügung. Ich habe kürzlich von einem Rohköstler gehört, der diese schöne Insel hier wieder verlassen hat, wegen Wildkräutermangel. Irgendwie kann ich es nachvollziehen. Trotzdem würde ich, gerade zu dieser Jahreszeit, das hiesige Klima, die Sonne, nicht gegen die Fülle an Wildkräutern in Deutschland eintauschen wollen. Am besten wäre natürlich beides zusammen :)

Die Tochter brauchte heute mehr/anderes, sie hat immer noch was dazu gegessen. So sah der ganze Tag aus (in Klammern das, was die Tochter zusätzlich gegessen hat):

Mehr als Ernährung

Tuesday, November 29th, 2011

Für wirkliches Wohlbefinden, Gesundheit, Ausgeglichenheit braucht es mehr als eine gute Ernährung. Klar, Rohkost bringt da schon wirklich viel. Vor allem viel Verbesserung nach der Umstellung, im Vergleich zu vorher. Auf die Dauer aber reicht “nur roh essen” nicht. Abgesehen vom (schon öfter thematisierten) Finden der eigenen, richtigen Rohkosternährung ist da noch mehr, was wir brauchen!

Mindestens genauso wichtig, vermutlich sogar wichtiger als die Ernährung, ist ausreichend Bewegung! “Exercise each day as if your life depends on it!” – so beschreibt Michael das in seinem Fruitarian-Blog. Tatsächlich hängt unser Leben davon ab, jedoch gefällt mir die Betrachtungsweise von Freelee “I don’t exercise. I just move my body.” viel besser. Klingt nicht so nach unangenehmer Pflicht. Sondern nach Bestandteil des Lebens, des Alltags. Was Bewegung ja auch sein sollte – die Natur ist perfekt & sie hat uns unseren Körper mit all seinen Fähigkeiten gegeben, damit wir ihn entsprechend nutzen.

Ein ewiges Thema für mich, denn, ich gestehe, bei mir kommt sie leider meist zu kurz. Aber ich versuche es immer wieder – schon allein, weil ich, ähnlich wie beim Essen, unmittelbar merke, wie gut es tut. Oder umgekehrt, wie unausgeglichen ich bin, wenn ich tatsächlich mal gar nicht vom Schreibtisch weg komme. Meine immer mal wieder aufflackernden Laufambitionen haben hier schlechte Chancen – den steilen Berg rauf zu gehen ist schon anstrengend, an Laufen ist da gar nicht zu denken. Runter geht’s schon eher – unser Bewegungsdrang lässt uns, die Tochter & mich, auf dem Weg zum Bus etc auch meist rennen statt zu gehen. Das normale Gehen hier, Bergsteigen könnte man’s auch nennen, trägt ebenfalls positiv zur Bewegungsbilanz bei. Kiloweise Früchte nach Hause schleppen. Wettläufe mit der Tochter. Hindernisparcours zum Klettern, Springen, Balancieren machen Spaß & finden sich überall. Tanzen durch die Wohnung. Usw.

Zu meinem Morgenritual gehört ein Mini-Workout, Seilspringen, Dehnübungen, Liegestütze, Situps – was mir halt so einfällt. Ca. eine halbe Stunde. Abends manchmal Yoga. Seit letzter Woche trainiere ich außerdem 2-3 Mal die Woche in einem Fitnesscenter, während die Tochter sich dort im Schwimmkurs vergnügt. Stepper oder Laufband und Gerätetraining. Nicht grad mein Lieblingssport, aber ich freu mich trotzdem über die zusätzliche Gelegenheit. Für mein Wohlbefinden dürfte es gern noch deutlich mehr werden – naja, ich arbeite dran. Was macht ihr so?

Ein weiterer wichtiger Faktor, den ich hier nur kurz erwähnen will, ist Schlaf. Ausreichend Schlaf. Vorzugsweise vor Mitternacht. Viele berichten über ihre positiven Erfahrungen, die Vervollkommnung ihres Wohlbefindens, durch den sogenannten Naturschlaf (Schlafen gehen, wenn es dunkel wird & so lange schlafen, bis man ausgeschlafen ist) … für mich, umständebedingt, ein Thema für die Zukunft, weshalb ich dazu jetzt erstmal nichts weiter sage. Über meine Versuche dazu hab ich kürzlich hier berichtet.

1. Advent

Monday, November 28th, 2011

Auch wenn der gestrige 1. Advent der Erste meines Lebens war, an dem ich den Vormittag unbekleidet in der Sonne liegend verbringen konnte – nachmittags haben wir nahezu “klassisch” mit einem kleinen Rohkost-Potluck gefeiert. Leckere frische Granatäpfel, Bananen und Mangos gab es. Gemüse und einen Sonnenblumenkern-Dipp, für die, die nicht so viel Lust auf Süßes hatten. Außerdem hatte ich eine Adventstorte vorbereitet, die besonders bei den Kindern sehr gut ankam. Ebenso wie einige weitere süße Überraschungen, die ich euch in den nächsten Tagen noch zeigen werde.

Adventstorte

Für das Rezept müsst ihr euch noch ein wenig gedulden; ihr findet es im nächsten eBook!

Gurkensuppe & Zwiebelherzen

Saturday, November 26th, 2011

Selten auf unserem Tisch, doch gestern wollte die Tochter gern mal eine Suppe zum Abendessen. Gurkensuppe. Hat sie bekommen. Und für so lecker befunden, dass ich gleich noch eine zweite hinterhermixen durfte. Ein Foto hab ich leider nicht für euch, aber das Rezept der spontanen Kreation:

* * *

Zutaten:

  • 1 Gurke (die Sorte, die es hier zu kaufen gibt, kenne ich aus Deutschland unter dem Namen “Landgurke”, aber jede normale Salatgurke wird’s auch tun)
  • 1/4 – 1/3 Avocado
  • 1 TL Olivenöl
  • etwas Möhrengrün
  • 1/2 TL unserer “Salz”-Mischung (Sellerie, Petersilie, Algen, Salz)

Zubereitung:
Alles im Blender glattmixen & in einem Schälchen servieren.

* * *

Vielleicht gut zur Suppe passen würden die Zwiebelherzen, die ich, inspiriert durch Wurzelwebers Rezept, zubereitet habe:

Zusammen mit Banane ... yummy!

Zwiebeln schmecken mir eigentlich wahrhaftig nicht so gut, dass ich sie ganz & frisch essen mag. Getrocknet verlieren sie allerdings ihre Schärfe & schmecken süßlich, echt lecker! Außerdem gefallen mir die Herzen, die sich in der Zwiebel verbergen :)

Hier das von mir leicht variierte Rezept:

* * *

Zutaten:

  • 1 große Zwiebel
  • 1 Handvoll Mandeln
  • 1 Schälchen Mandelmilch
  • Curry (scharf, von Sonnentor) bzw. Paprikapulver (selbstgemacht aus getrockneter Gemüsepaprika)

Zubereitung:
Die Zwiebel schälen & in Ringe schneiden/zerlegen. Die Mandeln zusammen mit dem gewünschten Gewürz mahlen. Die gelben Ringe auf dem Foto sind mit Curry, die anderen mit Paprika. Diese Mischung in ein Plastiktütchen geben, Zwiebelringe in Mandelmilch anfeuchten, mit in die Tüte geben & gut durchschütteln. (Ich hab’s auch erst auf einem Teller versucht, aber dabei wollte die Mandelpanade nicht so recht an den Zwiebeln hängen bleiben.) Im Trockner bei 35° über Nacht trocknen.

Die Curry-Herzen waren superlecker zusammen mit Banane!

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Was sonst noch auf dem Speiseplan stand:

Zen auf dem Weg zur Rohkost

Friday, November 25th, 2011

Du möchtest (etwas in) dein(em) Leben verändern. Zum Beispiel deine Ernährung. Für dein Wohlbefinden. Rohkost essen, mehr Rohkost, am besten 100% Rohkost. 100% sind einfacher zu leben als 90% (so heisst es; ich hab es nicht ausprobiert), bergen aber die Gefahr, dass du beim ersten nichtrohen Bissen das Gefühl hast, gescheitert zu sein, es nicht geschafft zu haben. Dass ein einziges mal gekocht essen gleich ein Etikett bekommt, “Ausnahme”, “Rückfall” oder ähnliches. Dass die Hürde anzufangen zu groß ist, aus Angst vor dem Verlust des Gewohnten (“nie wieder … ???”).

Bleib entspannt – mach kleine, schrittweise Veränderungen, statt alles auf einmal erreichen zu wollen & daran zu scheitern (oder gar nicht erst anzufangen)!

Für die Rohkost kann das heissen, dass du nach und nach deine Mahlzeiten umstellst. Zuerst roh frühstückst: Früchte, Smoothies oder wonach dir morgens ist. Als nächstes nur noch rohe Zwischenmahlzeiten. Dann das Mittag- oder Abendessen – je nachdem, was besser für dich & deinen Alltag passt.

Oder du schließt schrittweise bestimmte Nahrungsmittel aus deiner Ernährung aus: Kaffee, Alkohol, Fertiggerichte, künstliche Süßigkeiten, Fleisch, Milchprodukte, Brot/Teigwaren … und entdeckst dabei gleichzeitig die viel größere Vielfalt der rohen Nahrungspalette (denn mal ehrlich: ist nicht das, was du an Kochkost isst, eigentlich fast immer dasselbe – zusammengesetzt aus denselben paar Zutaten (Getreide, Eier, Milchprodukte) & sich nur durch die Beigabe von Zucker/Salz/Gewürzen unterscheidend?)

Vielleicht fällt dir selbst noch eine andere Art, den Weg zu gestalten, ein … genieße ihn, & erzähl mir hier davon, wenn du magst!

Inspiriert vom Zen Habits-Blog von Leo Babauta