Archive for July, 2011



Rohkost & Zahngesundheit

Sunday, July 31st, 2011

Ein Thema, das, wie ich gerade erst beim Kongress in vielen Gesprächen wieder gehört habe, viele Rohkost-Familien mit Kindern beschäftigt. Denn es haben offenbar einige der Rohkost-Kinder Zahnprobleme. Verfärbungen, empfindliche Zähne, Karies. Selbst solche, die von Anfang an mit Rohkost aufgewachsen sind & wirklich noch nie isolierte Zucker etc. gegessen haben. Die Frage nach den Ursachen & einem Weg zur Vermeidung weiterer Schäden beschäftigt mithin viele Eltern.

Sicher tragen viele Aspekte zur Zahngesundheit bei.

  • Die genetische Disposition – wir sind nach vielen Generationen mit mehr oder weniger denaturierter Nahrung nun mal alle auch mehr oder weniger degeneriert – lasse ich jetzt mal außen vor, da uns Überlegungen dazu hinsichtlich sinniger Wege für die Zähne unserer Kinder JETZT ohnehin nicht weiterbringen.
  • Zahnpflege, Zähneputzen … halte ich für eher zweitrangig. Sicher ist es sinnvoll, nach dem Genuß klebriger Speisen wie Datteln oder Trockenfrüchte, dafür zu sorgen, dass davon keine Reste an den Zähnen hängenbleiben. Besser als Bürsten ist es dann, etwas hartes, faserreiches Gemüse wie Fenchel oder grüne Blätter, Wildkräuter, hinterherzuessen – zum Reinigen der Zähne und gleichzeitig zur besseren Versorgung mit Mineralstoffen. Wenn die Zähne mit der Zahnbürste geputzt werden, verwendet bitte keine der üblichen Zahncremes – das ist pure Chemie & kann unmöglich gesund sein! Wir putzen ab & zu mit Heilerde aus der Tube (gibt es bei Orkos & ist natürlich auch essbar). Es geht aber auch ganz ohne.
  • Die bereits erwähnten Mineralstoffe: Eine der Hauptursachen für Zahnprobleme ist Mineralienmangel. Bekommt der Körper zuwenig, zieht er sich zunächst das, was er braucht, aus den Zähnen. Später dann aus den Knochen – Stichwort Osteoporose. Immens wichtig ist also eine gute Versorgung mit Calcium & Co. Also viel Grünzeug essen, ganz besonders viele Wildkräuter! Auch Algen sind eine ausgezeichnete Quelle. Sogar bereits angegriffene Zähne lassen sich durch den Verzehr großer Wildkräutermengen wieder heilen! In dem Fall sind grüne Säfte & Smoothies eine gute Idee, denn anders lassen sich solche großen Mengen Grünzeug kaum aufnehmen. Maria Kageaki hat hierzu einiges geschrieben, auch aus den Erfahrungen mit ihrer eigenen Familie. Einen sehr interessanten Bericht dazu gab es vor ein paar Jahren in der Wurzel-Zeitschrift.
    Eine gute Wildkräuter-Versorgung allein ist allerdings meiner Beobachtung nach noch keine Garantie für den Erhalt der Zahngesundheit. Jedenfalls kenne ich auch Rohkost-Kinder, die trotz 100%iger Rohkost-Ernährung incl. vieler Wildkräuter Löcher in den Zähnen bekommen.
  • Früchte enthalten Fruchtzucker &, je nach Sorte, Herkunft & Reife auch Säuren. In übermäßigen Mengen kann beides zusammen, besonders ohne Grünzeug dazu, die Zähne angreifen. Erstes Anzeichen ist oftmals eine gesteigerte Empfindlichkeit der Zähne – so mag meine Tochter z. B. phasenweise keine Äpfel essen, weil ihr davon die Zähne wehtun. Ein Ansatz vieler Rohköstler ist es folglich, Obst in der Ernährung zu reduzieren oder gar ganz zu streichen & sich nur noch von Gemüse, Nüssen/Kernen & Grünem zu ernähren. Meiner Meinung nach ein für die Zähne durchaus vielversprechender Ansatz, den ich aber schwer umzusetzen finde. Ich halte frische Früchte & Grünzeug für die Basis unserer Ernährung; eine befriedigende & sättigende Ernährung auf Basis nur von Gemüse kann ich mir für mich schwer vorstellen. Nüsse & Kerne sind für mich eher eine gelegentliche, seltene Ergänzung; mit regelmäßigen größeren Mengen davon fühle ich mich nicht wohl. Frische Früchte (Trockenfrüchte sollten tatsächlich eher eine Ausnahme bleiben!) bieten neben der befriedigenden Süße, auf die wir von Geburt an geprägt sind (auch Muttermilch schmeckt süß!) eine optimale Zusammensetzung von Kohlehydraten, Eiweiß und Fetten & zudem, gerade im Gegensatz zu Wurzelgemüse, viel wichtige gespeicherte Sonnenenergie.
  • Der größte Risiko-Faktor für die Zähne scheint mir eine gerade in Rohkost-Kreisen sehr verbreitete, in vielerlei Hinsicht ungesunde Angewohnheit zu sein: das pausenlose Essen. Ständiges Essen, Herumnaschen, den ganzen Tag. Ohne ausreichende Pausen zwischen den Mahlzeiten, in denen sich nicht nur die Zähne sondern auch die Bauchspeicheldrüse mal erholen könnten – denn genauso, wie es die Zähne angreift, wenn sie permanent von Nahrung umgeben sind, leidet auch die Bauchspeicheldrüse unter der dauerhaften Belastung. Wieviel & wie häufig der Körper zu essen braucht, ist individuell verschieden – je nach Typ, Lebensphase & aktuellen Anforderungen kommen manche Menschen mit 2 bis 3 Mahlzeiten am Tag aus, andere brauchen 5. In jedem Fall ist es für Gesundheit & Wohlbefinden sowohl der Zähne als auch der Organe dringend zu empfehlen, zwischen den Mahlzeiten wenigstens 2-3 Stunden zu pausieren!

Zusammenfassen lässt sich das Ganze, wie könnte es anders sein, mal wieder am besten mit einem Blick auf die Natur: wie sähe unser Essverhalten unter natürlichen Lebensbedingungen aus? Wir suchten uns bei Hunger etwas zu essen, fänden Früchte (reife, wilde, zwar süße, aber keine auf besonders hohen Zuckergehalt zurechtgezüchteten oder gar hybriden!) & Grünzeug, ganz selten mal eine sonnengetrocknete Frucht. Vielleicht auch mal ursprüngliche Wurzeln (eher Bataten als die auf ihre gaumenschmeichelnde Süße hin gezüchteten Möhren) & gelegentlich ein paar Samen/Kerne. Sobald wir satt wären, würden wir uns anderen, unsere seelischen & praktischen Bedürfnisse befriedigenden, Tätigkeiten zuwenden & uns erst beim nächsten Hunger wieder auf Nahrungssuche begeben. Eine Lebens- & Ernährungsweise, die (nicht nur) für die Zahngesundheit optimal wäre!

Einkaufsgewohnheiten

Friday, July 29th, 2011

Benutzt ihr beim Einkaufen einen Einkaufswagen oder einen Korb?

Foto: greggavedon.com

Offenbar beeinflussen derartige, scheinbar bedeutungslose, Entscheidungen unsere Auswahl der Nahrungsmittel, die wir einkaufen. Eine neue Studie zeigt, dass die Verwendung eines Einkaufswagens statt eines Korbes die Wahrscheinlichkeit der Auswahl gesunder Nahrungsmittel verdreifacht!

Im Consumer Report wird das so erklärt:

Die genaue Erklärung ist ein bisschen kompliziert & beinhaltet etwas, das Embodiment oder auch Körperintelligenz genannt wird. Die Beobachtung, dass körperliche Wahrnehmungen unsere Gedanken und Gefühle beeinflussen können. In diesem Fall beschreiben die Forscher das so, dass der Akt des Arm-Anwinkelns beim Tragen eines Korbes uns ermutigt, kleinere, leichtere Belohnungen (in der Studie “Laster” genannt) zu wählen, während das Ausstrecken des Armes, wie beim Schieben eines Einkaufswagens, den gegenteiligen Effekt hat.

In anderen Worten: der einfache Akt des Korbtragens kann den Wunsch nach sofortiger Belohnung auslösen, der langfristige Zielsetzungen überlagert.

Die vollständige Studie (PDF, englisch) dazu findet ihr hier.

Quelle

Roh-vegane Eiweißquellen

Tuesday, July 26th, 2011

Eigentlich sollte es sich allmählich herumgesprochen haben: unser Eiweißbedarf ist bei weitem nicht so hoch, wie es oft zu lesen & zu hören ist. Und lässt sich selbstverständlich, ohne Probleme oder Risiken, durch eine vegane Ernährung decken! Ausführlich könnt ihr das in dem Artikel “Woher bekommst du dein Protein?” nachlesen.

Heute dennoch mal wieder eine kurze Darstellung zu den Eiweißquellen in der roh-veganen Ernährung. Zur Info, zur Beruhigung & als Argumentationshilfe.

Gute Eiweißquellen in der Rohkost

  • Kohl und andere grüne Blattgemüse
  • Blumenkohl und andere Gemüse
  • Gekeimte Kichererbsen
  • Mandeln & Nüsse, auch in Form von Mandelmus/Nussbutter
  • Sonnenblumenkerne & andere Samen
  • Pfirsiche, Bananen & andere Früchte

Ein paar beispielhafte Angaben zum Proteingehalt (Quelle)

Nüsse, Hülsenfrüchte, Samen

- 1 Tasse Kichererbsen: 39 g
- 1 Tasse Mandelmus: 36g
1 EL Cashewbutter: 3 g
- 1 Tasse Mandeln: 30 g
- 1 Tasse Pistazien: 25 g
- 1 Tasse Sonnenblumenkerne: 17 g

Gemüse

- 1 großer Blumenkohl: 17 g
- 1 Tasse Blumenkohl: 2 g
- 1 Tasse Kohl: 2 g
- 1 Tasse Spinat: 1 g
- 100g Algen: 2 g

Früchte

- 1 Tasse Orange: 2 g
- 1 Tasse Banane: 2g
- 1 Pfirsich: 2 g
- 1 Apfel: 1 g
- 1 Tasse Kokoswasser: 8 g

Die genauen Verzehrempfehlungen für den Eiweißanteil in unserer täglichen Ernährung unterscheiden sich, je nach Herausgeber & dahinterstehenden Interessen … und wir wissen ja bereits, dass letztere dafür sorgen, dass die Empfehlungen viel höher als notwendig ausfallen. Trotzdem sind auch diese Mengen mit veganer Rohkost umsetzbar. Als Beispiel seien hier einmal die Verzehrempfehlungen von 46g Eiweiß pro Tag für eine erwachsene Frau und 56g für einen Mann genannt (Quelle). Wenn du als Frau also 1 Tasse eingeweichte Kichererbsen, 2 Tassen Gemüse und drei Früchte pro Tag isst, als Mann zusätzlich 5 Bananen, hast du selbst diesen hoch angesetzten Bedarf schon abgedeckt – roh & vegan! Bevor du jetzt allerdings loslegst & täglich solch große Mengen an Hülsenfrüchten oder Nüssen isst (was in anderer Hinsicht auf die Dauer nicht sehr ratsam ist!), bedenke, dass unser tatsächlicher Eiweißbedarf viel geringer ist! Ein Baby verdoppelt allein auf der Basis von Muttermilch sein Geburtsgewicht in wenigen Monaten. In dieser intensivsten Aufbau- & Wachstumsphase im ganzen Leben kommt der Körper mit dem Eiweißgehalt der Muttermilch hervorragend zurecht. Das sind 2% – genauso hoch wie der Eiweißgehalt von Früchten!

Wichtig ist natürlich auch die Qualität des Eiweiß’. Eiweiß aus tierischen Quellen benötigt viel Energie für die Verwertung. Die beste Quelle für leicht verwertbares Protein sind dunkelgrüne Blätter! Viele Wildkräuter, grüner Saft & ein großer Salat täglich sind daher sehr zu empfehlen!

Leckeres & eiweißreiches Mittagessen: Pistazien, Algen, Gurke, Tomaten, Oliven

Frisch aus dem Garten

Monday, July 25th, 2011

Zucchini-Blüte

Johannisbeeren

Wilde Kirschen

Zucchini

Proviant für die Weiterfahrt

Rohkost auf der Straße

Sunday, July 24th, 2011

Nun sind wir seit über einer Woche unterwegs; ökologisch kritikwürdig, wie ich zugeben muss, mit dem Auto. Immer mal ein bis drei Tage an einem Ort, dazwischen viel & lange auf der Straße. Die von zu Hause mitgebrachten Vorräte sind längst verzehrt. Auf dem Kongress in Kisslegg & in Freiburg war die Versorgung ja, wie schon beschrieben, hervorragend. Wie ging’s danach weiter?

Für die lange Fahrt Richtung Niedersachsen hatten wir Obst & Gemüse – Proviant in Freiburg eingekauft. Außerdem gab es zum Naschen zwei Schoko-Kugeln, ein Mitgebsel von Jademond. Und Ananas-Mango-Konfekt aus dem tollen Rohkost-Bioladen; für die Geburtstagsfeier meines Neffen, die uns am Ende der Fahrt erwartete (der Haushalt meiner Schwester enthält üblicherweise nichts für uns Essbares).

Bei einer Rast an der Autobahn, auf der Raststätte Bruchsal, haben wir zu unserer Freude festgestellt, dass mittlerweile auch RohköstlerInnen dort nicht verhungern müssen:

Salattheke: immerhin einiges Rohes im Angebot

Kerne & Leinsaat dazu

Frisch gepresste Säfte gibt es auch. Und sicher ließe sich auch über den Kauf der Früchte verhandeln!

Unser mitgebrachtes Picknick hat uns aber doch besser gefallen:

Mitgebracht: Tomaten, Paprika, Gurke, Avocado & Oliven

Selbst Linde & Wildkräuter wachsen dort auf dem Gelände … auf die ich in Anbetracht der direkt angrenzenden Autobahn jedoch lieber verzichtet habe.

Dafür sind wir auf unserer weiteren Fahrt über Land irgendwo in Niedersachsen an einer “Wildwuchs-Gärtnerei” vorbeigekommen … das Schild hat mich neugierig gemacht; wir haben angehalten & uns umgesehen. Beim Bummel über das Gelände (mit im Hofladen nachgefragter Erlaubnis selbstverständlich) haben wir zwischen tatsächlich einigermaßen wildwachsenden Gemüsebeeten und Gewächshäusern jede Menge Wildkräuter gefunden: außer Giersch auch den für mich ersten Beinwell dieses Jahres – in den letzten Sommern mein Hauptnahrungsmittel, fand ich ihn noch immer genauso lecker!

Viele Wiedersehen & ein kleines Rohkosttreffen

Sunday, July 24th, 2011

Wir freuen uns momentan jeden Tag über das Wiedersehen mit lieben, langvermissten FreundInnen … so schöne Tage, so viel Freude, so viele Gespräche, Umarmungen, Spaß!

Nebenbei genießen wir auch ein paar kulinarische Highlights internationaler Herkunft: Honigmangos aus Pakistan, Durian aus Thailand. Irgendwie schräg – aus Teneriffa nach Hamburg zu kommen, um Früchte aus Asien zu essen … ?!?

Gestern gab es sogar ein kleines, feines Rohkosttreffen hier. Mein erstes derartiges Event seit vielen Monaten … weswegen ich mich ein bisschen übergessen habe. Es gab aber auch wirklich ein paar unglaublich leckere Kreationen. Seht selbst:

Mein Favorit: gefüllte Pfirsiche & Aprikosen, mit einer Creme aus Cashews & Kokos

Bounty!

Auch innen wie "echt"!

Alles-Liebe-Schokolade, kakaofrei.

Pralinées internationales

Die gesamte Tafel: es gab noch Melone, Erdbeerkekse, Algen, Petersilie, Schokopudding ...