Archive for June, 2011



Genuss mit Reue

Monday, June 20th, 2011

Es erschien uns wie ein Festtag – die Feigensaison beginnt jetzt langsam & vor einigen Tagen haben die Tochter & ich voller Begeisterung beim Einkaufen in der Fruteria frische, reife Feigen entdeckt. Natürlich haben wir welche gekauft & sie gleich darauf, in der Sonne sitzend, verzehrt – mhmm, so köstlich! Einige Zeit später klagte die Tochter über Kopfschmerzen & auch mein Kopf fühlte sich kurz darauf nicht mehr so richtig gut an … das hielt sich bei uns beiden bis zum Abend, & die Tochter ist am folgenden Morgen mit geschwollenen Lymphknoten und schmerzendem Nacken aufgewacht … womit immer die leckeren Früchte, die wir mit Schale, ungewaschen, verzehrt hatten, behandelt waren: es gefiel unseren Körpern nicht. Schade … künftig werden wir wohl wieder besser aufpassen, dass wir zumindestens bei derart dünnhäutigen Früchten wirklich nur unbehandelte erwischen! Wie froh ich bin, dass mein Körper so wunderbar funktioniert & derartige Gifte schnell wieder entsorgt!

Einfach lecker

Sunday, June 19th, 2011

Die letzten Tage sowie der gestrige Kommentar von Jademond (danke!) haben es mir wieder mal bewusst gemacht: Je einfacher Mahlzeiten ausfallen, desto leckerer sind sie. Und desto befriedigender. Das fällt mir immer wieder auf. Sicher, gelegentlich schmeckt auch eine Rohkosttorte köstlich, oder ein Dipp zum Gemüse. Manchmal probiere ich ein neues Rezept aus & bin dann eine kurze Zeit lang ganz wild darauf – so wie kürzlich die Maischips. Zwar schon ein recht einfaches Rezept mit nur vier verschiedenen Zutaten und ohne Salz oder Gewürze. Dennoch: nahezu alle Rohkostzubereitungen, jede Verarbeitung, Mischung, Denaturierung der Nahrung scheint mehr oder weniger suchterzeugend zu sein. Mehr noch bei Verwendung verarbeiteter, aus ihrem natürlichen Zusammenhang isolierter, Zutaten wie Salz oder Agavennektar.

Dieses suchtartige Verlangen nach solchen Speisen lässt sich einfach von dem auf einem körperlichen Bedarf beruhenden Verlangen nach bestimmten puren Früchten, Gemüsen, Blättern unterscheiden: ich muss nur beobachten, wie ich mich danach fühle! Der Genuss zubereiteter Leckereien ist ein kurzfristigerer, macht mich nicht nur nicht so glücklich sondern lässt mich mich eher im Nachhinein unwohl fühlen. Nicht wirklich genährt sondern eher (zu sehr) gefüllt. Was mit der schwereren Verdaulichkeit zusammenhängt – ein Effekt, der natürlich erst nach einer gewissen Zeit mit Rohkosternährung auffällt.

Wie eine Freundin es vor Jahren mal formulierte: Der Rohkost-Weg ist eine Einbahnstraße … mit ein wenig Achtsamkeit für den eigenen Körper fühlt sich nämlich, sobald er das wirklich gute Gefühl einer naturgemäßen Ernährung kennt, nichts anderes mehr richtig an.

Merkwürdigerweise lassen sich mein Instinkt & meine Erfahrung mit solchen Zubereitungen wie Torten, Soßen oder Chips, denen die Zutaten nicht mal mehr anzusehen sind, eher austricksen als mit gemischten Salaten – die mag ich schon seit Jahren nicht mal mehr anrühren.

So richtig richtig lecker – das sind für mich die puren, ursprünglichen Geschmäcker der Früchte und Gemüse, so wie sie sind. Am besten dann noch Mono, also nur eine Sache pro Mahlzeit. Mehr als zwei oder drei Sachen gleichzeitig sind mir auf jeden Fall zuviel, dann verliert das Essen an Genuss. Grünzeug als ständige Beilage ausgenommen :)

Eigentlich wollte ich euch hier ein Foto meines Abendessens zeigen, aber leider hab ich beim Anblick des leckeren Essens glatt das Fotografieren vergessen – deshalb nur mal wieder das Menü des (gestrigen) Tages:

Sommer

Friday, June 17th, 2011

Yay, endlich haben sich die Wolken verzogen & der Sommer ist da! Bei strahlend blauem Himmel und Temperaturen über 30 Grad geht’s mir gleich nochmal so gut! Bei solchem Wetter essen wir natürlich auch gleich anders: den ganzen Tag über eher wenig, nur saftige, leichte Früchte, mit ein bisschen Grün dazu. Abends dann Grünes, Gemüse, ein bisschen Avocado dazu – so fühle ich mich grad am wohlsten. Was mir dabei aufgefallen ist: in letzter Zeit fiel es mir abends oft schwer, einen Abschluss beim Essen zu finden. Es gab immer Süßes zu essen, zwar mit Grünzeug dazu, aber dennoch: obwohl ich schon satt war, hatte ich immer noch das Verlangen, weiterzuessen. Ob’s nun eher an der Körper und Seele nährenden Sonne liegt oder am nicht-süßen Abendessen – auf jeden Fall bin ich in den letzten Tagen nach dem Abendessen wirklich satt und zufrieden. Schön :)

Und wen’s interessiert: so sah mein Speiseplan gestern aus:

Vom Sammeln und Tauschen

Friday, June 17th, 2011

Einkaufen gehen, um sich Essen zu beschaffen ist doch irgendwie langweilig, oder? Klar, geht auch bei uns nicht anders … Träume von Selbstversorgung oder einer vollständigen Ernährung nur aus dem, was wir in freier Natur so finden und sammeln sind eben (noch) genau das; Träume. Aber schon allein das Wildkräutersammeln trägt (vielleicht auch der Annäherung an das Ideal der naturgemäßen Nahrungsbeschaffung wegen?) deutlich zur Lebensqualität bei. Und wie gut schmecken auch der Tochter die beim wagemutigen Klettern an einer einigermaßen steilen Bergwand selbst gepflückten Borretschblüten:

Lecker!

Ein Stück näher an einer naturgemäßen Lebensweise ist ein Bekannter von uns hier, den wir kürzlich in seinem Häuschen mitten im Gebirge besucht haben. Nur zu Fuß zu erreichen, mit zwei Stunden Kletterei den Berg hinauf (und wieder einmal atemberaubenden Aussichten auf die Berge!). Ohne Strom, ohne Internet – für mich momentan (noch?) unvorstellbar. Wie bei einem kleinen Potluck haben wir unser Essen geteilt – leckere Avocados und Orangen, reif & frisch aus dem Garten, haben wir genossen. Und hatten, außer unserer üblichen Unterwegs-Verpflegung, ein paar auch Nicht-Rohköstler überzeugende rohe Leckereien mitgebracht:

Rohe Maischips und Vanille-Marzipan-Kugeln

Mehr zu lesen

Thursday, June 16th, 2011

Weil mir das Erzählen & Schreiben über Rohkost soviel Spaß macht, findet ihr übrigens seit einiger Zeit auch auf www.rohkost.de Beiträge von mir! Erfahrungsberichte, Nützliches, Unterhaltsames, Märchen … und, weil immer so heiss begehrt, auch mal Rezepte! Wem also das Lesen meines Blogs noch nicht ausreicht, der möchte vielleicht hier weiterlesen.

Körper & Geist

Monday, June 13th, 2011

Wie kommt es eigentlich, dass die vegane Rohkost für manche Menschen so wunderbar funktioniert, für andere jedoch scheinbar nicht? In körperlicher Hinsicht ist es doch ganz einfach: (für mich) zweifellos ist die vegane Rohkost die menschenartgerechte Ernährung; die Ernährung, auf die unsere Körper optimiert sind. Zahlreiche Untersuchungen über die Auswirkungen von Kochkost belegen das, und es gibt unzählige Beispiele für die Heilung von allen möglichen Krankheiten durch den Übergang zu einer rohköstlichen Ernährung. Warum also fühlen sich manche Menschen trotzdem mit Rohkost nicht richtig wohl und zufrieden?

Zu Gesundheit & Wohlbefinden tragen viele Faktoren bei; nicht zuletzt ist es eine Frage der (Lebens-)Einstellung, des Glaubens. Abraham Hicks (vielen sicher bekannt aus den Büchern von Esther und Jerry Hicks) meint

“… dass Essen einen dann am besten versorgt, wenn man zufrieden ist, wenn man glaubt, dass das Essen einen nährt und nicht, wenn man sich die ganze Zeit negative Gedanken über die Auswirkungen irgendeines Lebensmittels macht.”

Ernährung soll uns nähren. Und Genuss bedeuten. Nicht das Befolgen eines Diät-Regelwerks, sondern das Erfüllen des eigenen körperlichen Bedarfs. Wer als Rohköstler die ganze Zeit grübelt, ob Früchte oder Nüsse eventuell schlecht sind, Salz oder Öl “erlaubt” sind, wieviele Nährstoffe beim Mixen und Zubereiten zerstört werden usw, schadet sich durch diese vielen Sorgen vielleicht mehr als ihm die Rohkost gut tut. Und wer trotz des “Vorsatzes”, nur noch roh zu essen, doch mal eine “Ausnahme” macht – dem wird die sicher weniger schaden, wenn er sie genießt und danach freudig zur Rohkost zurückkehrt, als wenn er sich stunden- oder gar tagelang mit Gewissensbissen und Gedanken über die möglichen Auswirkungen seines “Fehltritts” quält.

Gabriel Cousens schreibt dazu

“Unsere Einstellung und unsere Glaubenssätze über das Essen sind mindestens so bedeutsam wie das, was wir essen. Theoretisch könnten wir durch positives Denken die Naturgesetze sogar außer Kraft setzen, so daß selbst Fast Food und Süßigkeiten gesundheitsförderlich wirken. [...] Warum sollen wir unsere Energie verschwenden, um gegen die Naturgesetze zu arbeiten? Warum nicht mit ihnen in Harmonie leben? [...] Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass den meisten Menschen dies ohnehin nicht gelingt und nur zu einer schlechteren Gesundheit führt.”

Die eigene Einstellung, mehr oder weniger tiefsitzende Glaubenssätze, sind schließlich auch der Grund, warum manche Menschen spontan und mühelos zur Rohkost übergehen können, während andere dafür viele Wochen, Monate oder gar Jahre benötigen. Glaubenssätze zu überwinden, zu ändern, braucht meist länger als das Umsortieren der Küche.

Jeder Körper & vor allem jede Seele ist anders, jeder von uns bringt andere Erfahrungen, andere Prägungen mit. Das Wichtigste ist, deine eigenen Gefühle zu respektieren – was fühlt sich für dich gut & richtig an? Vielleicht bist du noch nicht bereit zu glauben, dass rohe pflanzliche Nahrung dich vollständig ernähren kann. Wenn du dir die Zeit und die Gelegenheit gibst, die positiven Auswirkungen der Rohkosternährung tatsächlich zu erfahren, wird das deinen Glauben stärken. Wenn du dich jedoch mit einer 100%igen Rohkost (noch) nicht gut fühlst, und dich besser fühlst, wenn du ein wenig gedünstetes Gemüse, Getreide, Suppe, Milchprodukte oder was immer isst, solltest du das meiner Meinung nach respektieren. Respektiere deine Entwicklung, deinen eigenen Weg. Die meisten von uns hat man ein Leben lang gelehrt, anderen zu folgen statt auf sich selbst zu hören. Gesundheit ist ein guter Anfangspunkt, um zu lernen, sich (wieder) selbst zu vertrauen. Wenn wir lernen können, auf unseren Körper zu hören, wird er uns vielleicht zu der noch höheren Kunst führen, auf unser Herz zu hören.

Unterstützung auf diesem Weg biete ich euch gern in meinen Seminaren und auch in Form von Beratung per eMail, Skype oder Telefon an!

Wie Stefan Hiene in einem Vortrag mal gesagt hat: „Am Ende des Tages stellt sich für mich nicht die Frage, ob ich mich zu 100% roh ernährt habe, sondern ob ich mich 100% geliebt habe!“ … Wer sich selbst liebt, wird von ganz allein gut zu sich sein & seiner Gesundheit so besser tun als es das Befolgen von Ernährungsvorschriften jemals könnte! Und sich wirklich wirklich gut fühlen!