Archive for February, 2011



Wie wichtig ist “Bio”?

Saturday, February 19th, 2011

Welche Bedeutung hat eine pestizidfreie Ernährung für das Wohlbefinden? In Deutschland habe ich fast ausschließlich unbehandeltes Obst & -Gemüse gegessen – aus Bio-Anbau oder zwar unzertifizierten, aber für mich vertrauenswürdigen Quellen. Es gab wenige Ausnahmen, zu denen beispielsweise türkische Wassermelonen oder Durian und Kochbananen aus dem Asia-Laden gehörten – das alles haben wir gut vertragen, sei es, weil es nicht so stark behandelt worden war oder auch, weil durch die eher dicke Schale die Pestizidbelastung der essbaren Fruchtteile nicht so hoch war. Gelegentliche Experimente mit anderen nicht-biologisch angebauten Früchten (z. B. Kirschen, Kakis, Litschis) sind mir hingegen nicht gut bekommen, meist hat mein Körper umgehend mit Magenschmerzen, Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen reagiert. Ebenso war es bei meiner Tochter.

Hier auf Teneriffa ist die Bioversorgung bei weitem nicht so gut wie in einer deutschen Großstadt. Es gibt auch hier Bioläden & Bio-Anbau, aber seltener, schwieriger zu erreichen. Und zu finden: zweifellos werden wir auch hier unsere Quellen finden, aber momentan müssen wir überwiegend auf Nicht-Bio-Früchte zurückgreifen.

Grünzeug bekommen wir aus eigenem Anbau hier auf der Finca, unbehandelt. Avocados, Bataten & Orangen haben wir letzte Woche in Bio-Qualität bekommen, ausreichende Mengen für ca 1 Woche. Tomaten gabs auch, aber die haben nur 2 Tage gehalten. Alles andere kaufen wir im normalen Handel, viel aus regionalem Anbau … aber ich fürchte, die Canarios sind überwiegend nicht gerade zimperlich mit dem Gift, das sie über ihre Pflanzen sprühen …Einen Bioladen haben wir mittlerweile auch gefunden, in Icod, aber der bietet keine frische Ware an. Genaugenommen sind die einzigen für uns interessanten Produkte dort Mandeln und Rosinen (von Rapunzel immerhin).

Wie kommen wir nun damit zurecht? Auf einiges – z. B. Trauben und Tomaten – verzichten wir. Wir bevorzugen dickschaligere Früchte wie Melonen, Kokosnuss und Bananen. Und schälen alles: Kakis, Äpfel (die mir hier überhaupt nicht schmecken, aber die Tochter wollte letzt gern welche haben), Kiwis, Papaya (die hier übrigens bei weitem weniger süß sind als die aus Südamerika importierten, die wir aus Deutschland kannten) … Außerdem gibt es immer viel Wildgrün, viel Sonne, viel frische Luft, viel Bewegung als Gegengewicht. Zwar bemerke ich kleinere Missbefindlichkeiten: ein Pickel am Kinn, ein leichter Ausschlag in der Ellenbeuge; aber insgesamt geht es uns gut & auch wenn das so sicher nicht optimal ist, kommen wir damit über die Runden.

Und schließlich: beim Picknick in der warmen Sonne (im T-Shirt!), oberhalb eines wild zerklüfteten, mit Aloe und Opuntien bewachsenen Barranco, mit herumhuschenden Eidechsen & Blick auf den Atlantik … da spielt das Essen ohnehin eine untergeordnete Rolle!

Irgendwo im Osten von Teneriffa

Am Rande eines der vielen Barrancos hier

Unser Picknick-Platz

Alles anders – auch das Essen

Tuesday, February 15th, 2011

Ihr habt es in den letzten Tagen schon gelesen: unsere Ernährungsgewohnheiten haben sich hier (umständehalber) ein wenig geändert. Mangels leicht erreichbarem Bio-Angebot müssen wir viel aus konventionellem Anbau kaufen. Ich versuche, unsere Pestizidbelastung im Rahmen zu halten, indem ich möglichst dickschalige Früchte wie Avocados, Orangen, Bananen bevorzuge & – weil ich allein damit die Tochter nicht zufriedenstellen kann – ansonsten auch alles andere schäle – selbst Kakis, Birnen usw.

Unsere mitgebrachten Vorräte sowohl an Naschereien als auch an Mandeln und ähnlichem sind nahezu erschöpft & neue Quellen dafür haben wir noch nicht gefunden. Deswegen & bedingt durch unsere momentane Wohnsituation haben wir zur Zeit auch keine großartigen Zubereitungsmöglichkeiten. Für mich kein Problem, aber es ist grad etwas schwierig, die Tochter so satt zu bekommen! So langsam findet sie jedoch ihre Lösungen dafür: heute hat sie durch einen unserer Mitbewohner Sonnenblumenkerne mit Schale (zu kaufen als Vogelfutter, ungeröstet) kennengelernt & knabbert die jetzt mit Begeisterung. Auch die Brennesseln, Tamarillos & Möhren aus dem Garten mag sie – selbst geerntet schmeckt eh alles gleich viel besser! Und heute haben wir eine Handvoll Medjoul-Datteln & Mandeln bekommen & daraus süße Pralinés gebastelt:

Schmeckt fast wie Marzipan

Fitnesstraining

Monday, February 14th, 2011

Super Alltagstraining: Wenn der Einkauf beim nächsten Obst- & Gemüsehändler einen Fußmarsch von ca 3-4 km bergab auf dem Hinweg & mit vollem Rucksack bergauf zurück bedeutet. Und – erwähnte ich es schon? – die Berge sind hier wirklich steil!

Bauernmarkt

Monday, February 14th, 2011

Gestern waren wir auf einem Bauernmarkt, Mercadillo del Agricultor, in Los Silos. Ein kleiner Markt, in einem wunderschönen Städtchen übrigens, auf dem lokal angebautes Obst & Gemüse, Brot, Käse, Schmuck & Kunsthandwerkliches angeboten werden. Überwiegend gab es dort Kartoffeln, Süßkartoffeln, Orangen, Avocados. Außerdem Bananen, ein bisschen Gemüse, Kräuter, Mangold. Am Stand einer Deutschen haben wir Erdbeerguaven gekostet & für so lecker befunden, dass wir gleich mehrere Schälchen davon gekauft haben.

Erdbeerguaven

Später am Tag habe ich entdeckt, dass sie auch hier auf der Finca wachsen:

... frisch vom Strauch

Anschließend waren wir noch baden – die Brandung ist hier im Norden der Insel, gerade zu dieser Jahreszeit, sehr stark, aber in Los Silos hat das Vulkangestein “Badewannen” gebildet, in denen es sich auch bei starkem Wellengang geschützt baden lässt.

Badewanne aus Vulkangestein - mit Dusche bei jeder Welle

Die beste Quelle für Eiweiß …

Sunday, February 13th, 2011

… & Mineralien für den menschlichen Körper sind dunkelgrüne Blattgemüse: Spinat, Grünkohl, Wirsing, Mangold, Romana-Salat, Feldsalat, Pak Choy und natürlich ganz besonders Wildkräuter wie Löwenzahn, Brennessel usw.

Das spürt ihr, wenn ihr euch davon ernährt. Und wem das nicht reicht: es ist auch wissenschaftlich belegt, gut verständlich nachzulesen z. B. in Victoria Boutenko’s Buch “Green for Life: Grüne Smoothies nach der Boutenko-Methode

Ich finde hier im Norden von Teneriffa momentan eine reiche Auswahl: Sauerklee (büschelweise!), wilder Fenchel, Kapuzinerkresse, Brennesseln, Melde, Vogelmiere … & überall in schier unglaublichen Dimensionen:

Aloe Vera

Finca Lunch

Saturday, February 12th, 2011

Mit Ausnahme der Kaki diesmal alles Bio: Tomaten, Süßkartoffel, Pinienkerne, Pistazien & jede Menge Grünzeug aus dem Garten hier: Mangold, Kapuzinerkresse, Brennesseln, wilder Fenchel, Vogelmiere, Sauerklee.

Und was gab’s sonst noch?