Archive for August, 2010



Regnerischer Sonntag

Monday, August 30th, 2010

Den gestrigen verregneten (für meinen Geschmack viel zu kühlen) Sonntag haben wir zuhause verbracht. In Gesellschaft lieber FreundInnen & mit viel Zeit für Zubereitungen & Experimente in der Rohkost-Küche.

So sah unser heutiges Menü aus

Vormittags gab es Melone satt – sonntäglich schön angerichtet: Cantaloupemelonen-Kugeln, Sterne von Zuckermelone, getrocknete Honigmelone mit Schirmchen, Melonenmilch. Damit hat sich unser Frühstück, sonst meist eine kurze Mahlzeit, ausnahmsweise mal richtig lange hingezogen. Sonntäglich eben.
Mittags gab es …

... roh-vegane Sushi

Am späteren Nachmittag haben wir dann mal wieder ein neues Gerät, den Soyabella, getestet. Konzipiert, der Name verrät es schon, für die Herstellung von Sojamilch. Es lassen sich damit aber auch rohe Nuss- & Samenmilch herstellen. Wir haben Getränke aus Sonnenblumenkernen, Cashews und Mandeln ausprobiert. Der Soyabella übernimmt dabei das Mahlen der Kerne & Vermixen mit Wasser. Der dickere Brei verbleibt in einem Sieb, so dass die entstehende Milch ohne zusätzliches Filtern sehr glatt wird. Durch mehrmaliges Mahlen hintereinander lassen sich die Kerne so fein mahlen, dass kaum Brei zurückbleibt; so lässt sich aus einer kleinen Menge Kerne sehr viel Milch gewinnen – viel sparsamer als die Herstellung solcher Getränke im Blender.
Weil keinem von uns die puren Milch-Getränke geschmeckt haben, haben wir sie anschließend noch mit Banane vermixt (dafür brauchten wir dann allerdings doch den Blender, der Soyabella kann das nicht) und wahlweise mit Zimt oder Vanille gewürzt. Lecker!

Am besten abgeschnitten hat bei allen TesterInnen das Mandelmilch-Getränk. Die Sonnenblumenmilch war auch ganz lecker, Cashewmilch hingegen irgendwie fad. Was möglicherweise am niedrigeren Fettgehalt der Cashews liegen könnte.

Mit etwas Schaum (entsteht bei der Herstellung im Soyabella) oben drauf & Carob-Pulver drüber gestreut, sieht das ganze einem Cafe Latte echt ähnlich. Schmeckt allerdings viiiiel besser & fühlt sich vor allem im Bauch viel besser an :)

Nachtrag: Wer viel solche Nuss- & Samengetränke zubereitet, ist mit dem Soyabella sicher gut bedient. Die Herstellung ist einfacher & sparsamer als im Blender, die Reinigung des Geräts schnell & unaufwändig. Für Lebensgemeinschaften, in denen nicht ausschließlich roh gegessen wird, kann er zudem auch für die Herstellung von Soja- & Reismilch (usw) sowie für gekochte Suppen eingesetzt werden.

Rosa-Ro(h)t

Sunday, August 29th, 2010

Leckerei für kleine Rohköstlerinnen

Urkost im Fernsehen

Friday, August 27th, 2010

… und wir auch :)

Vergangene Woche haben wir einen Nachmittag mit zwei Mitarbeiterinnen von TIDE TV verbracht & an einer Produktion über – na, was wohl? – Urkosternährung mitgewirkt. Der Beitrag ist echt gut geworden, finde ich … sehr positiv! (Naja, die üblichen Warnungen vor Nährstoffmangel sind schon drin, aber wir wissen ja, was davon zu halten ist, nech.) Er wurde Mittwoch abend zum ersten Mal gezeigt, im Rahmen des Magazins “Hamburg immer anders”, & wird noch fünf Mal wiederholt … wow, soviel PR für unsere tolle Ernährung :)

Wollt ihr mal schauen?

Link: Urkost-Ernährung

Übungen in Einfachheit

Thursday, August 26th, 2010

Über Jinjee’s Newsletter kam heute eine schöne Anregung: Eine Gruppe von Menschen hat Anfang des Sommers ein interessantes Experiment gestartet. Unter dem Motto “Six items or less” (“Sechs Teile oder weniger”) haben sie sechs Kleidungsstücke ausgewählt (Socken, Unterwäsche, Bade- und Sportkleidung nicht mitgerechnet) & nur diese einen Monat lang getragen. Natürlich mit der Möglichkeit, sie zwischendurch zu waschen ;)

Die TeilnehmerInnen haben das Experiment durchweg als sehr befreiende Erfahrung beschrieben. Ein Paar hat das Ganze noch erweitert: sie haben ihren gesamten Besitz (einschließlich Auto, Kleidung, Geschirr etc) auf 100 Teile pro Person reduziert.

Mir gefallen diese Ideen ausgesprochen gut! Ich habe meinen Hausstand in den letzten Jahren schon mehrere Male deutlich reduziert; von nur 100 Sachen bin ich noch weit entfernt, aber die befreiende Wirkung habe ich jedes Mal bemerkt!

Auch bei der alltäglichen Nahrungsversorgung empfinde ich es ähnlich. Durch die Vorratswirtschaft, die wir hier umständebedingt häufig betreiben, sind manchmal so viele Vorräte da, dass ich es schon als belastend empfinde. Gelegentlich haben wir dadurch größere Mengen an frischen, sehr reifen Nahrungsmitteln hier, die dann unabhängig vom Appetit “nach Reifegrad” gegessen werden “müssen” … also das, was sonst verderben würde, zuerst. Eine gewisse Auswahl zu haben – beim Essen, bei der Kleidung oder wobei auch immer -, ist einerseits natürlich schön. Andererseits hat das Gegenteil wirklich etwas Erleichterndes, Vereinfachendes. Spart Zeit, Energie & fördert Gefühle von Dankbarkeit & Demut.

Mich inspiriert das jetzt gerade, auch mal wieder gründlich auszusortieren. Wer macht mit?

Was die Nahrungsbeschaffung betrifft, so ist die aktuelle Jahreszeit geradezu prädestiniert für “Vereinfachung”, so viel wächst & reift jetzt an wilden bzw frei verfügbaren Pflanzen & Früchten: Brombeeren, Heidelbeeren, Mirabellen… & natürlich nach wie vor jede Menge Wildkräuter.

Wir sind heute mal der Mundraub-Karte gefolgt & auf der Suche nach Mirabellen & Pflaumen rund um den Eichbaumsee gelaufen. Erfolgreich – da stehen wirklich jede Menge Bäume. Der Großteil der Früchte am Baum war zwar noch unreif oder hing außerhalb meiner Reichweite, aber beim Fallobst sind wir fündig geworden … lecker!

Was es sonst noch gab heute:

Fruchtiger Spätsommer

Tuesday, August 24th, 2010

* Rezept für die Zimtpfannkuchen: (2 Portionen)

1/2 Tasse Leinsamen mahlen, mit 1-2 Bananen (je nach Größe) & etwas Zimt zu einem Teig vermixen. Diesen 5-10 Minuten stehen lassen, damit er etwas eindickt. Dann als Pfannkuchen auf zwei Tellern ausstreichen & mit Bananenscheiben & Beeren belegen – fertig!

Ausnahmen

Tuesday, August 24th, 2010

Manchmal scheint es ein Wettbewerb zu sein – 100% Rohkost heisst das Ziel. Ohne “Ausnahmen”. Essen nach festen Regeln, nach strengem Plan. Was ist erlaubt, was verboten. Okay, manche leiden unter schweren Krankheiten & eine ausschliessliche Urkost-Ernährung ist ihre einzige wirkliche Chance – in dem Fall spricht sicher viel dafür, die 100% Urkost (erstmal) diszipliniert in Form einer strikten Diät zu praktizieren. Aber mir geht es mehr um die vielen anderen, die es aus weniger dramatischen Gründen zur Rohkost zieht.

Die, die aus verschiedensten Gründen roh essen wollen. Die die Vorteile der Rohkost erkannt haben, aber offenbar trotzdem noch nach gekochtem Essen verlangen – und diesem Verlangen auch ab und zu nachgeben. Und das dann “Ausnahmen” nennen. Wenn die Ausnahmen regelmäßig werden, wird die Ernährung künftig vielleicht als “90% Rohkost” beschrieben. Oder es wird, um sich selbst darüber hinweg zu trösten, dass die selbstgesetzten Maßstäbe nicht erreicht werden, verglichen. Mit anderen Rohköstlern. “Er/sie isst ja auch ab und zu Gekochtes.” Sehr beliebt sind dabei Klatsch & Tratsch über bekannte Namen aus der Rohkostszene. Wurde Franz Konz nicht doch im Restaurant beim Essen eines Fleischgerichts gesehen? Und Brigitte Rondholz – bestimmt macht sie doch mal “Ausnahmen” – oder?

Was spielt das für eine Rolle? Es ist doch für das eigene Wohlbefinden vollkommen egal, ob eineR von den beiden tatsächlich auch mal etwas Nicht-Rohes isst – das hat mit mir nichts zu tun. Entweder geht es mir gut – dann ist alles in Ordnung, egal, wieviel % roh ich esse. Oder es geht mir meiner Ernährung wegen nicht gut. Dann hilft es doch aber auch nicht, dass andere Leute vielleicht mal Nudeln essen.

In meinem Umfeld, besonders bei anderen RohköstlerInnen, heisst es häufig, ich sei “strenge” Rohköstlerin. Meine Ernährung hat aber mit Strenge, Dogma oder Disziplin überhaupt nichts zu tun! Ich esse alles, was ich mag. Ich mag eben nur roh :) … und wie gern! Ich habe in den letzten Jahren Früchte kennengelernt – wow! Niemals habe ich zu Kochkost-Zeiten auch nur etwas annähernd so köstliches gegessen! Nicht-Rohes reizt mich einfach überhaupt nicht. Im Gegenteil. Selbst frühere Lieblingsgerichte wirken auf mich jetzt etwa so verlockend wie auf die meisten Menschen vermutlich ein Teller voller Kakerlaken.

Wie wir unser Leben leben – und Essen gehört nun mal dazu – sollte sich leicht & mühelos anfühlen. Sonst läuft irgendetwas verkehrt. Schon die Bezeichnung – “Ausnahmen” – verrät viel. Das heisst doch, dass da jemand sich bemüht, nach Plan zu essen. Sich Dinge erlaubt oder verbietet. So lebe ich nicht. Ich tue, was ich will & ich esse, was ich will. Wenn ich Brot essen wollte, würde ich es tun. Ich will aber viel lieber Kirschen. Oder Durian. Oder Feigen :)

Nehmt es leicht, geht euren Weg so, wie es sich gut & richtig für euch anfühlt, aber setzt euch nicht unter Druck. Genießt die schönen Aspekte der Rohkost, konzentriert euch auf das, was euch daran Spaß macht & gut tut – dann wird der Rohkost-Anteil von ganz allein steigen. Und nicht vergessen: wir essen, um zu leben – nicht umgekehrt!