Archive for July, 2010



Entgiftung – Haut – Sonne

Sunday, July 18th, 2010

Nach David Wolfe (“Die Sonnendiät”) verläuft die Entgiftung des Körpers nicht linear, sondern in Kreisen & Wellen; der Körper heilt in Zyklen, die Auflösung und Ausscheidung der in Jahren angesammelten Schlacken dauert ebenfalls Jahre. Wolfe rechnet einen Monat 100%iger Rohkosternährung pro Jahr mit erhitzter toxisch belasteter Kost. Je nach weiteren Belastungen (Impfungen, Umweltgifte etc) aus der Vergangenheit & nach “Naturferne” des Lebensstils (fortbestehende Belastungen, mangelnde Bewegung usw) mag die Vergiftung durchaus noch länger dauern. Manche Rohköstler beobachten nach mehr als 20 Jahren Rohkosternährung noch die Entgiftung von Stoffen, die sie zuvor, vor 30 oder mehr Jahren, zu sich genommen haben!

Die Heilung des Körpers beginnt tief innen & arbeitet sich nach außen – was eine mögliche Erklärung dafür sein könnte, dass Heilungskrisen bei langjährigen Rohköstlern, die auf Jahre zurückliegende Vergiftungen oder auf aus der gegenwärtigen Umwelt aufgenommene Schadstoffe zurückzuführen sind, sich häufig durch Hautprobleme zeigen.

Viele Rohköstler beobachten nach einigen Jahren, parallel zur wachsenden Auflösung von Schlacken & Blockaden & zur damit einhergehenden wachsenden Offenheit zudem eine gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber diversen Begleiterscheinungen unserer urbanen Zivilisation: Lärm, Menschenmassen, die permanente Geräuschkulisse der Großstadt, werden als zunehmend unangenehm & stressig empfunden. Möglicherweise offenbart sich diese Empfindsamkeit (Dünnhäutigkeit!) auch über die Haut?

Die Haut ist unser größtes Ausscheidungsorgan; gleichzeitig nehmen wir über sie aber auch Stoffe in unseren Körper auf. Kosmetika, chemisch belastete Kleidung usw tragen auf diesem Weg zur Belastung unseres Körpers mit Schadstoffen bei.

Umgekehrt lässt sich an der Haut auch gut die zunehmende Reinheit des Körpers ablesen: Pickel & Unreinheiten verschwinden, Falten mildern sich, die Haut wird straffer, glänzender, elastischer bei naturgemäßer Ernährung und Lebensweise. Neurodermitis heilt aus (was aber je nach Alter & Bestehensdauer der Krankheit eine Weile dauern kann.)

Mit am wichtigsten für das Wohlbefinden von Körper & Seele ist Sonnenlicht auf der Haut. Sonnenlicht nährt uns & kann uns heilen. Bei einem ausgiebigen Sonnenbad werden Giftstoffe aus der Haut herausgezogen. Bei Sonnenstrahlung auf der Haut bildet der Körper Vitamin D, das Immunsystem wird gestärkt & der Blutzuckerspiegel gesenkt. Bei einer Ernährung mit überwiegend süßen Früchten ist das Sonnenlicht notwendig zur besseren Verarbeitung des Zuckers. Gemäß den Regeln der traditionellen chinesischen Medizin ist das Gleichgewicht von warmer & kalter Nahrung sehr wichtig um den Körper im thermischen & energetischen Gleichgewicht zu halten: jedes Nahrungsmittel wird als heiss, warm, neutral, kühl oder kalt eingeordnet & Rohkost gilt als kühl bis kalt & ist aus der Sicht der TCM nur für Menschen mit viel “Hitze” (wie z. B. Leistungssportler) zu empfehlen. Auch die Sonne stärkt aber unsere Verdauungsenergie – & kann durch ihre “Hitze” die kalte Rohkost ausgleichen. Durch Sonnenlicht werden außerdem die Durchblutung & Sauerstoffversorgung der Haut verbessert, wodurch Verletzungen & Ausschläge besser heilen können.

Die unmittelbare Reaktion der Haut auf die Sonne zeigt den Grad der Vergiftung bzw Reinheit des Körpers an:

Im Alter von ca. 14 – 21 Jahren habe ich unter Sonnenallergie gelitten- Aufenthalte in der Sonne honorierte meine Haut mit juckenden, unschönen Ausschlägen. Nachdem ich mit 21 Jahren Fleisch aus meiner Ernährung gestrichen habe, verschwand auch die Sonnenallergie. Meine Haut blieb aber weiterhin sonnenempfindlich & ich bekam immer recht schnell einen Sonnenbrand & bräunte nur langsam. Seit ich roh esse, habe ich keinen einzigen Sonnenbrand mehr gehabt (obwohl ich keinerlei Sonnencremes benutze), und ich bemerke, dass ich jedes Jahr schneller bräune. In diesem Jahr ist mir zum ersten Mal aufgefallen, wie wichtig das direkte Sonnenlicht überall auf dem Körper ist: das Wohlbefinden beim Sonnenbaden (& danach) steigt tatsächlich noch einmal enorm, wenn keine Kleidung die Haut bedeckt.

So schmeckt der Sommer …

Friday, July 16th, 2010

... und vor allem: viel Sonne dazu!

Tagesmenü hoch 2

Friday, July 16th, 2010

So war’s gestern – mal wieder zwei Menüs, so unterschiedlich war der Appetit:

das hab ich gegessen ...

... und das die Tochter

Sprossen & Keimlinge

Tuesday, July 13th, 2010

Ich hatte in den letzten Wochen endlich mal wieder Zeit zum lesen & bin nun, inspiriert durch die Lektüre, bissel in Experimentierlaune. Z. Zt. versuche ich, mehr Keimlinge in unserer Ernährung unterzubringen. Biogene Nahrung. Darüber hatte ich hier kürzlich was geschrieben. Meine Lust am Zubereiten ist allerdings mäßig & mein Appetit auf Zubereitetes gering wie immer … glücklicherweise lassen sich Sprossen ja auch einfach so essen – als Beilage zu Obst oder Gemüse, oder auch mal als Wrap in großen grünen Blätter (Löwenzahn z. B., da haben die Blätter jetzt fast schon “Familienpackungs”-Größe).

Der Abwechslung fürs Kind wegen bereite ich natürlich auch ab und zu etwas zu. Leckere biogene Gerichte aus den letzten Tagen waren z. B. der Erdbeer-Vanille-Shake (aus gekeimten Sonnenblumenkernen, Banane, Erdbeeren, Brennesseln & Vanille ), Brezeln, Bohnenkeimlinge in Tomatensauce und Mango-Lassi (aus gekeimten Mandeln). Bei meiner Tochter schon seit Jahr & Tag beliebt sind ohnehin würzige gekeimte & getrocknete Sonnenblumenkerne oder Kürbiskerne. Momentan habe ich Samenkäse “in Arbeit”: er reift gerade & ich bin sehr gespannt!

Ebenfalls schon lange bekannt & gemocht, aber des Aufwands wegen selten angeboten sind Falafeln – hier sehr schön in Szene gesetzt von Jademond. Wer sie mal probieren möchte:

Rohe Falafeln

(Nach einem Rezept von Nora)

  • 1 Tasse Kichererbsen, gekeimt
  • 1/2 Tasse Sonnenblumenkerne, gekeimt & leicht getrocknet
  • 1/2 Tasse Mandeln, gekeimt & leicht getrocknet
  • 1/4 Tasse Sesam
  • 1/4 Zwiebel
  • 2 EL Zitronensaft
  • 1/4 Tasse Olivenöl
  • 1-2 Knoblauchzehen (nach Geschmack)
  • Curry (ich nehme Süsses)
  • etwas Petersilie (nach Geschmack)
  • 1 TL Nama Shoyu (ich nehme die rohe Hanf-Shoyusoße von powercorn)

Nüsse & Samen mahlen, Zwiebel fein hacken, Knoblauch auspressen, Petersilie fein hacken.
Alle Zutaten mischen. Kleine Bällchen formen.
Maximal 12 Stunden auf dem Trockner oder in der Sonne bei unter 40 Grad trocknen oder gleich so essen.

Lesetipp: Die Sonnendiät

Tuesday, July 13th, 2010

Das erste Buch zum Thema, das ich vor gut vier Jahren, mit dem Beginn der Rohkosternährung, gelesen habe, ist bis heute eines meiner Lieblingsbücher zur Rohkost. Es ist sehr gut geeignet für den Einstieg; ich finde aber auch nach mehreren Jahren eigener Rohkost-Erfahrung immer mal wieder interessante Aspekte für mich darin. Die Rede ist von David Wolfe’s “Die Sonnendiät. Ein vegetarisches Programm für Vitalität und Superfitness”.

David Wolfe beschreibt darin den Weg zu optimaler Gesundheit – ganzheitlich: Kern des Buches ist zwar die Sonnendiät, also die rohköstliche Ernährung; er geht aber auch auf all die anderen, ebenso wichtigen Aspekte zur Erlangung von Gesundheit (Lebenseinstellung, Sonne, Atmung, körperliches Training usw) ein & betont, dass letztlich die Ernährung Mittel zum Zweck ist: “Sei so sehr beschäftigt mit dem Erreichen deiner Ziele, dass du gar keine Zeit hast, ans Essen zu denken.”

Das Buch teilt sich in vier Teile:

  • Grundlagen des Erfolgs: Die Bedeutung der Gedanken, Auswirkungen positiven/negativen Denkens
  • Ernährung: Der umfangreichste Teil des Buches: Beschreibung der Sonnendiät und ihrer Bestandteile, Übergang zur Sonnendiät (Rohkost)
  • Gesundheit: über Entgiftung & Heilung; andere Aspekte auf dem Weg zur Gesundheit
  • Gesetze des Erfolgs: ein kurzer Überblick über die Grundlagen des Gesetzes der Anziehung & das Erkennen & Leben der eigenen Bestimmung.

Im Anhand befinden sich außerdem noch Wochenpläne für den Übergang zur Rohkost, Rezepte, Bezugsquellen u. a. nützliche Informationen.

Das Kernstück von Wolfe’s Sonnendiät ist das Sonnendiät-Dreieck, welches die drei wesentlichen Bestandteile der Ernährung und ihre Beziehung zueinander darstellt:

  1. Grüne Blattgemüse
  2. Süße Früchte
  3. Fetthaltige Lebensmittel

Jedes dieser drei Elemente stellt eine der Ecken des Dreiecks dar; zur Erhaltung optimaler Gesundheit & des Gleichgewichts (Zentrierung) sollen alle drei in ausgewogenem Verhältnis zueinander stehen. Im Zentrum des Dreiecks stehen nicht-süße Früchte. Jeden Tag sollte man alle drei Kategorien essen; bei jeder Mahlzeit alle drei oder über die Mahlzeiten verteilt jeweils eine oder zwei – wie es individuell am besten funktioniert. Bei bestehendem Ungleichgewicht bzw. wenn bestimmte Resultate (abnehmen, zunehmen, zentrieren, wärmen, kühlen usw) erzielt werden sollen, kann das Dreieck so angewendet werden, dass das Zentrum eine Zeitlang verschoben wird, d.h. z. B. eine der drei Kategorien im Verhältnis zu den anderen reduziert wird. So sollte zum Beispiel zum Zunehmen grünes Blattgemüse mit Fettfrüchten zusammen gegessen werden & süße Früchte reduziert werden.

Woher bekommst du dein Protein?

Monday, July 12th, 2010

Kennt ihr sie auch, die besorgten Fragen, wenn jemand von eurer roh-veganen Ernährungsweise erfährt? Angefangen bei “Aber was isst du bloß, wovon wirst du satt, nur roh – reicht das denn?” (mögliche Antworten darauf spare ich mir an dieser Stelle mal … obwohl eine Sammlung der schönsten Antworten auf derartige Fragen ja auch mal lustig wäre. Schickt mir doch mal eure Lieblingsantworten!) bis hin zu gezielten Fragen nach bestimmten Nährstoffen. Sehr beliebt ist da “Aber woher bekommst du genug Protein?”.

Dazu lässt sich einiges sagen. Wir bestehen aus Eiweiss, sozusagen – es bildet die Struktur unseres Körpers & jeder einzelnen Zelle. Jedoch ist unser Eiweissbedarf bei weitem nicht so groß, wie es uns die Fleisch- & Milchproduzenten gern glauben lassen wollen. Die offizielle Empfehlung besagt, dass 8% der verzehrten Energie aus Proteinen stammen soll. In der Lebensphase des größten körperlichen Wachstums & zugleich der schnellsten Gehirnentwicklung jedoch, nämlich in den ersten Monaten unseres Lebens, gedeihen wir am besten mit Muttermilch. Die einen Eiweissanteil von gerade mal 2% hat! Ein Baby verdoppelt damit sein Körpergewicht in wenigen Monaten. Insofern reichen 2% Proteine in unserer Nahrung definitiv auch im weiteren Verlauf unseres Lebens vollkommen aus. Wie einige mehr oder weniger bekannte vegane Rohköstler es uns zeigen, ist damit selbst beeindruckender Muskelaufbau möglich – schaut euch z. B. Dirk Riske (aka Durian) oder Storm Talifero an!

2% – das entspricht dem Proteingehalt von Orangen & vielen anderen Früchten! In grünen Blättern, besonders bei Wildgrün, liegt der Proteinanteil noch deutlich höher: Bei Brennesseln z. B. beträgt der Proteingehalt 5-9% des Frischgewichts, was ca. 40% des Trockengewichts entspricht & damit fast doppelt so hoch ist wie der Eiweissgehalt von Sojabohnen. Hülsenfrüchte enthalten im Schnitt 27%, Nüsse & Samen 13% Eiweiss. Mehr als genug also, um unseren Bedarf zu decken.

Tatsächlich braucht unser Körper in der Nahrung aber gar nicht die vollständigen Proteine sondern Aminosäuren, aus denen er dann die Proteine bildet, die er benötigt! Mehr noch: der Körper muss alle Proteine zunächst in ihre Bestandteile, eben die Aminosäuren, zerlegen, um diese dann benutzen zu können. Die meisten proteinhaltigen Nahrungsmittel (Fleisch, gekeimtes Getreide, gekeimte Hülsenfrüchte), egal ob roh oder erhitzt, belasten den Körper & führen zu Störungen.

Es werden verschiedene Aminosäuren zur Bildung von Protein benötigt. Einige davon können aus anderen Aminosäuren zusammengesetzt werden, andere müssen mit der Nahrung aufgenommen werden – das sind die sog. essentiellen Aminosäuren. In manchen Nahrungsmitteln sind sie alle enthalten, in anderen nur einige davon. Unser Körper kann sie jedoch über einige Tage speichern & mit den anderen, noch fehlenden, zu vollständigen Proteinen kombinieren. Eine Kombination bestimmter Nahrungsmitel innerhalb einer Mahlzeit ist dafür nicht nötig!

Mit einer abwechslungsreichen pflanzlichen Ernährung ist die ausreichende Versorgung des Körpers mit Protein also ganz einfach zu gewährleisten, indem täglich rohe, unverarbeitete Früchte, Nüsse/Samen, Hülsenfrüchte, Gemüse, Grünzeug verzehrt werden! Am wichtigsten sind dabei zweifellos grüne Blattgemüse – unsere wahre Eiweissnahrung, die unseren Körper aufbaut, denn sie enthalten alle Aminosäuren, die wir brauchen. Wilde Tiere wie Gorillas und Elefanten bauen ihre Muskelmasse aus grünblättrigen Pflanzen auf!

Die Aminosäuren & deren Bedeutung für die Proteinsynthese erklärt Tim van Orden einfach & unterhaltsam in diesem Video (englisch):

“We don’t need protein. We need amino acids. Amino acids are in everything, until we cook it….!”